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ITK-Branche belebt die Konjunktur

03.03.2005


Der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation soll in den kommenden Jahren wieder stabil und solide wachsen. So steigt der Umsatz in Westeuropa im laufenden Jahr 2005 voraussichtlich um 3,8% auf 616 Mrd. Euro, im Jahr 2006 um 3,7% auf 639 Mrd. Euro. Der Weltmarkt soll in diesem Jahr um 4,3% und 2006 um 4,8% zulegen. Für den US-amerikanischen Markt werden in diesem Jahr 3,9%, im nächsten 4,5% erwartet. Den größten Binnenmarkt der Welt stellt Europa mit einem Marktanteil von 32%, gefolgt von den USA mit 29%, Japan mit 15% und den „übrigen Länder“ mit 24%. Dies sind die Ergebnisse der jüngsten Studie des European Information Technology Observatory (EITO), die der Präsident des Bundesverbands BITKOM, Willi Berchtold, im Vorfeld der Messe CeBIT in Hannover vorstellte. „Die Wachstumsschübe kommen insbesondere aus dem Mittelstand. Das macht unsere Branche zum Konjunkturmotor, europaweit“, sagte Berchtold. „Wir haben das Ziel, in Zukunft etwa doppelt so schnell zu wachsen wie die Gesamtwirtschaft.“

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76% des westeuropäischen ITK-Markts entfallen inzwischen auf Software, IT-Services und Telekommunikationsdienste. Nur noch 24% kommen aus der Hardware. „Das sind unglaubliche Werte für eine Branche, die ihre Wurzeln in der Fertigungsindustrie hat“, sagte Berchtold. Alle Marktsegmente liegen inzwischen wieder im Plus. Für die Hardware rechnen die EITO-Experten in Westeuropa mit einem Zuwachs von 3% in diesem und 1,5% im kommenden Jahr. IT-Services sollen 2005 um voraussichtlich 5,0% und 2006 um 5,5% wachsen. Leicht darüber liegt die Software mit einem Plus von 5,4% bzw. 5,7%. Telekommunikationsdienste halten das bereits in den Vorjahren erreichte Wachstumsniveau mit einem Plus von 3,5% und 3,3% in den Jahren 2005 und 2006. In den einzelnen Teilbereichen der TK-Dienste ist die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich. So legen z.B. die Festnetzdatendienste um 8% und die Mobiltelefonie um gut 5% zu. Bei der Sprachtelefonie im Festnetz rechnen die EITO-Experten hingegen mit leicht zurückgehenden Umsätzen.

Sehr dynamisch entwickeln sich die Umsätze im E-Commerce. Rund 680 Mrd. Euro wurden hier 2004 in Westeuropa umgesetzt, knapp 90% davon zwischen Unternehmen, also im so genannten B2B-Bereich. Im Jahr 2008 erwartet das EITO für Westeuropa einen E-Commerce-Umsatz von 2,2 Billionen Euro. Dies sei mehr als das aktuelle deutsche Bruttoinlandsprodukt. Im Privatkundensegment, dem so genannten B2C, wird sich der E-Commerce nach der Prognose des EITO bis 2008 vervierfachen, auch dank der zahlreichen neuen Breitbandanschlüsse, die einen schnellen und bequemeren Internet-Einkauf ermöglichen. „Die Unternehmen sind in der Internetwirtschaft angekommen, die Privathaushalte befinden sich auf einem guten Weg, der öffentliche Sektor und die Verwaltung haben in den meisten Ländern hingegen Nachholbedarf“, kommentierte Berchtold.


Ähnlich schnell wie der Trend hin zum elektronischen Einkauf entwickelt sich der Markt für Consumer Electronics – weg von den analogen hin zu digitalen Geräten. So drehte sich beispielsweise das Bild bei Fernsehgeräten innerhalb nur eines Jahres: Noch 2004 hatten herkömmliche Röhrenfernseher einen Umsatzanteil von 21% am westeuropäischen Markt für Unterhaltungselektronik, digitale Flachbild- und Projektonsgeräte nur 10%. Bis Ende 2005 werden sich diese Werte beinahe umkehren. Dann werden mit der neuen Gerätegeneration knapp 11 Mrd. Euro in Westeuropa umgesetzt, 32% mehr als im Jahr zuvor. Ähnlich dynamisch steigt der Umsatz bei Digitalkameras – um 16% auf 8,2 Mrd. Euro in diesem Jahr. „Geradezu sensationell ist das Wachstum bei MP3-Playern“, sagte Berchtold. Es betrug im vergangenen Jahr 171%. In diesem Jahr soll das Marktvolumen um knapp 50% auf 1,3 Mrd. Euro steigen. Berchtold: „Die Zukunft ist digital.“

Cornelia Kelch | BITKOM
Weitere Informationen:
http://www.bitkom.org

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