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Latein hilft beim Lesen

25.02.2005


Das Latinum und die Qualität der Studierenden


Studierende, die ihre Schulzeit mit dem Latinum abgeschlossen haben, können Texte erheblich besser lesen und verstehen, als ihre Kommilitonen ohne diese Qualifikation. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die Professor Dr. Wolfgang Dieter Lebek, Ordinarius für Klassische Philologie an der Universität zu Köln, erstellt hat. Er empfiehlt daher Universitäten, die ihre Studenten frei wählen können, für alle diejenigen Fächer, die gehobenes deutsches Textverständnis verlangen, Studenten mit Latinum zu bevorzugen.
Professor Lebek ermittelte mit Hilfe eines Tests das Leseverständnis von Studierenden anhand von neun ausgewählten Texten deutschsprachiger Autoren von Lessing über Kant bis Sigmund Freud. Dabei stellte sich heraus, daß lediglich ein Viertel aller Probanten sämtliche Texte richtig verstanden hatte. Die restlichen drei Viertel von ihnen hatten unter dem Zeitdruck eine mehr oder weniger große Fehlerquote produziert. Dagegen lag der Anteil der Studierenden, die sämtliche Texte richtig verstanden hatten, bei den Studierenden mit Latinum bei einem Drittel und damit deutlich höher. Wie die Untersuchung weiter verdeutlicht, kann der überlegene Einfluß des Latinums auf den Grad des deutschen Textverständnisses auch nicht durch die Teilnahme am Leistungskurs Deutsch kompensiert werden. Vielmehr zeigt sich, daß Studierende, die am Grundkurs Deutsch teilgenommen haben, aber ein Latinum aufweisen, hinsichtlich des deutschen Textverständnisses ihren Kommilitonen, die einen Leistungskurs Deutsch ohne das Latinum absolviert haben, überlegen sind.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

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