Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschmacksvorlieben liegen in den Genen

23.02.2005


Kulturell unterschiedliche Ausprägungen genetisch bedingt



Nicht nur die verschiedenen Geschmacksvorlieben der Menschen sind durch ihre DNA vorbestimmt, sondern auch die unterschiedliche, individuelle Sensibilität der Geschmacksnerven wird durch genetische Unterschiede festgelegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines US-amerikanischen Forscherteams des Monell Chemical Senses Centers Philadelphia. Die Untersuchung konnte eruieren, dass genetisch unterschiedliche Rezeptoren auf der Zunge für die Geschmacksensibilität verantwortlich sind. Die Forscher entdeckten, dass das Schlüsselgen, welches bestimmt, ob eine Speise oder ein Getränk als bitter empfunden wird, das so genannte hTAS2R38-Gen ist.



Die Experten konnten beweisen, dass nur geringste Veränderungen des Gens mit den verschiedenen Graden der Wahrnehmung und Sensibilität gegenüber bitteren Geschmäckern korrespondieren. Aus diesem Grund kann die Sensibilität gegenüber bitteren Speisen und Getränken von Person zu Person auf einer Skala von 100 bis 1.000 variieren.

Um zu beweisen, dass die äußerst breite Streuung der Wahrnehmung von Geschmack von kleinen Veränderungen des hTAS2R38-Gens abhängt, entwickelten die US-amerikanischen Forscher zwei Varianten des Gens, welche sie PAV und AVI nannten. In einer Versuchsreihe konnten die Biochemiker aufzeigen, dass zwischen den beiden Varianten des Gens und den Geschmacksmolekülen starke oder weniger starke Zusammenhänge bestehen. Folglich müssten beispielsweise jene Menschen, deren genetischer Code der Variante PAV entspricht, auch sensibler gegenüber bitteren Geschmäckern sein und bittere Speisen und Getränke weniger mögen.

Um dies auch praktisch zu beweisen haben die Forscher eine Stichprobe aus der Bevölkerung gezogen und sie einer "gastronomischen" Beweisführung unterzogen. Gemäß den Erwartungen der Forscher, waren die Träger der Variante PAV bis zu 1000-mal sensibler in Bezug auf bittere Geschmäcker.

Die Wahrnehmung von Bitterkeit ist ein genetischer Schachzug für die Unversehrtheit und findet in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Ausprägungsgrade. "Die genetischen Unterschiede bei den Bitterrezeptoren haben ihre Wurzeln in der Evolution und können die Unterschiede in den kulturellen Traditionen der unterschiedlichen Bevölkerungen erklären", sagt Guiseppe Novelli, Geschmacksforscher am Institut für Genetik der Universität Rom. "Wenn wir Italiener vorwiegend so genannte "No-Taster" sind, also beispielsweise unsensibel gegenüber der Bitterkeit unseres Nationalgetränkes Kaffee, so würde dies in Afrika den Einwohner eventuell das Leben kosten. Dort hat sich eine hohe Sensibilität gegenüber bitteren Stoffen in der genetischen Struktur der Menschen festgelegt, denn sie ist ein wesentlicher Faktor für das Erkennen eventuell giftiger Stoffe", so Novelli.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.monell.org
http://www.current-biology.com/content/article/fulltext?uid=PIIS0960982205001090
http://www2.uniroma2.it

Weitere Berichte zu: Gen Geschmacksvorliebe PAV Sensibilität Wahrnehmung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie