Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trotz Euro-Hoch: USA dominieren weltweit Finanzmärkte

18.02.2005


McKinsey-Studie: USA halten fast 40 Prozent der Kapitalanlagen - Europa holt auf - China wächst am schnellsten

Trotz Dollar-Verfall und Euro-Stärke bleiben die USA Dreh- und Angelpunkt der internationalen Finanzwelt. Mehr als ein Drittel des globalen Kapitalstocks von 118 Billionen Dollar (37 Prozent) ist in Amerika angelegt, 51 Prozent aller Renten- und 45 Prozent der weltweiten Dividendenpapiere wie z.B. Aktien bucht der US-Finanzmarkt auf sein Konto. Allerdings wächst mit fortschreitender Integration die Bedeutung Europas mit London als Zentrum. Rund 30 Prozent des globalen Kapitalstocks sind dort zu Hause, davon zwei Drittel allein im Euro-Raum. Zwar ist Japan nach wie vor der führende Finanzplatz Asiens, doch lässt seine internationale Bedeutung nach. Das Wachstum der Finanzanlagen in Asien geht vor allem auf die Hochkonjunktur Chinas zurück. Mit dem steilen Aufschwung nehmen die Bankeinlagen dort rapide zu und haben bereits einen Weltanteil von neun Prozent.

McKinsey-Studie in mehr als 100 Ländern

Dies sind die zentralen Ergebnisse einer internationalen Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Der Bericht ist Teil eines Forschungsprojekts des McKinsey Global Institute in Washington (MGI), in dessen Verlauf unterschiedliche Formen und Volumen von Finanzanlagen in mehr als 100 Ländern seit 1980 untersucht wurden. Die Studie beschreibt langfristige Trends des globalen Kapitalmarkts und liefert ein Profil des globalen Kapitalstocks - der Summe von Dividendenpapieren, privaten und öffentlichen Schuldtiteln wie Anleihen und Genussscheine sowie Bankeinlagen.

Diese Finanzanlagen verzeichneten in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein explosionsartiges Wachstum. Der globale Kapitalstock wuchs in diesem Zeitraum schneller als das weltweite Bruttosozialprodukt - von 12 Millionen Dollar in 1980 über 53 Millionen Dollar in 1993 auf 118 Millionen Dollar in 2003. Nach McKinsey-Schätzungen wird dieser Markt bei fortschreitendem Trend bis zum Jahr 2010 die Grenze von 200 Billionen Dollar überschreiten.

Schuldtitel sind Treiber der Finanzmärkte

Haupttreiber dieser Entwicklung sind vor allem private Schuldtitel wie z.B. Unternehmensanleihen. Sie stellen den Löwenanteil des globalen Kapitalstocks und wachsen schneller als der Anteil der Dividendentitel, etwa Aktien. Öffentliche Schuldtitel, nur mit 17 Prozent am Kapitalstock beteiligt, nehmen dagegen nur langsam zu. Der Anteil der Bankeinlagen geht weltweit sogar zurück - von 45 Prozent (1980) auf 30 Prozent (2003).

Kapitalbesitz wird dabei immer internationaler. Anleihen werden zunehmend länderübergreifend begeben, der weltweite Aktienhandel wird intensiver, Unternehmen bieten ihre Aktien auch außerhalb ihres Heimatmarkts an. So befinden sich derzeit rund 12 Prozent der US-Aktien in ausländischem Besitz, vor 30 Jahren waren es nur vier Prozent. Auch ein Viertel der Unternehmensanleihen in den USA wird von Ausländern gehalten (1975 ein Prozent). Dazu sind 44 Prozent der US-Schatzpapiere nicht im Besitz von Amerikanern (1975: 20 Prozent).

Europa ist mit einem Anteil am globalen Kapitalstock von 31 Prozent hinter den USA die zweitstärkste Region und gewinnt durch die zunehmende Integration an Stärke. Dabei hat sich London als führendes Finanzzentrum etabliert. Die Schweiz ist ein globales Zentrum für Offshore Private Banking und Osteuropa einer der Märkte mit dem höchsten Wachstum des Kapitalstocks.

In Deutschland machen private Schuldtitel mit 34 Prozent ebenfalls den größten Teil des Kapitalstocks von rund sechs Billionen Dollar aus, angetrieben von einem Zuwachs an Pfandbriefen und anderen Anleihen. An zweiter Stelle stehen mit 31 Prozent Anteil die Bankeinlagen.

Die Struktur des Kapitalstocks unterscheidet sich jedoch je nach Region beträchtlich. Machen etwa die Bankeinlagen in den USA gerade einmal 20 Prozent des Kapitalstocks aus, sind es in China 62 Prozent. Während der Aktienmarkt in Japan stagniert, wachsen die Märkte in Osteuropa rasant, im Schnitt um 56 Prozent.

Der Reichtum der Welt sitzt dabei in den USA, der Euro-Zone, in Japan und Großbritannien. Sie allein steuern 80 Prozent des globalen Kapitalstocks bei.

Rolf Antrecht | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.mckinsey.com

Weitere Berichte zu: Bankeinlage Finanzanlage Kapitalstock Schuldtitel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften