Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovative Produktideen durch Lead-Using

16.02.2005


WU Wien und Siemens erproben neue Methode



Produkt- und IT-Innovationen werden ideell oft von den Konsumenten selbst entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Abteilung für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien (E&I), die sich mit der Lead-User-Methode, einer neuen Methode der Produktentwicklung, befasst und heute, Mittwoch, präsentiert wurde. "Die gezielte Eruierung von Marktideen ist eine viel versprechende Methode um Innovationen aufzuspüren", sagte Nikolaus Franke, Vorstand der Abteilung E&I an der WU Wien. Die Studie wurde in Kooperation mit Siemens durchgeführt und ist die erste Lead-User-Studie Österreichs.



Die Lead-Using-Methode ist ein Konzept zur Ideengenerierung, welches mit Hilfe so genannter Lead-User innovative Entwicklungen und Produktideen (Breakthroughs) aufgespürt, die neue Impulse in der Wirtschaft setzen und zu Produktinnovationen und Produktentwicklungen führen sollen (Breakthrough Innovations). "Im Wesentlichen geht es darum wie man Ideen findet", brachte Franke den Sachverhalt auf den Punkt. Die grundsätzlich aus den USA stammende Methode wurde von den Wissenschaftern des Massachusetts Institute of Technology entwickelt und beginnt sich nun zunehmend auch in Europa durchzusetzen.

Die Studie ermittelte anhand eines mehrstufigen Suchprozesses acht Lead-Users, die sich durch ihr besonderes Know-how, ihr innovatives Denken und ihr Eigenengagement im Bereich Technik auszeichneten. "Lead-User sind Visionäre mit Bodenhaftung. Sie entwickeln innovative Ideen, haben jedoch genug Realismus um die Zukunft in einem weiteren Horizont zu sehen", sagte Gerald Fliegel, Leiter des Bereichs für Innovationsmanagement bei Siemens. Der Nutzen der Lead-User für die Wirtschaft liegt darin, dass diese Gruppe Bedürfnisse hat, welche die Masse der User erst später entwickelt. Sie leben in der Zukunft, führen den Trend an und entwickeln eigene Ideen und Strategien, die für die Wirtschaft richtungsweisend sein können, so Franke.

Die Aufgabe der Lead-User bestand darin, neue Kommunikationslösungen für den Arbeitsmarkt zu finden. Gesucht wurden Applikationen, die im Bereich B2B ab 50 Mitarbeiter einsetzbar sind. In Zusammenarbeit mit Siemens konnten in weiterer Folge vier innovative Produktideen erarbeitet werden, von denen sich vor allem zwei Ideen durch ein viel versprechendes Marktpotenzial, hohen Kundennutzen und absehbare Umsetzbarkeit auszeichneten. Es handelt sich dabei um ein Konzept zur spezialisierten Aufzeichnung von Kommunikationsabläufen im B2B-Bereich, kurz CoDo, sowie um ein Konzept zur Arbeitsprozessübergabe in virtuellen globalen Teams, welches den klingenden Namen "Follow the Sun Communications" erhielt.

Die im Rahmen der Lead-User Studie entwickelten Produktideen werden derzeit von Siemens weiterbearbeitet, mit dem Ziel, in absehbarer Zukunft entsprechende Produkte auf den Markt zu bringen. "Das Lead-User-Projekt ist ein gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft" resümierte Fliegel.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.e-and-i.org
http://www.siemens.at
http://web.mit.edu

Weitere Berichte zu: Breakthrough Lead-User Produktentwicklung Produktidee

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie