Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen-Kartoffel enthalten Impfstoff gegen Hepatitis B

15.02.2005


Erfolgreiche Tests kommen zu spät



Gentechnisch veränderte Kartoffel, die einen Impfstoff gegen Hepatitis B enthalten, haben die ersten Tests an Menschen erfolgreich absolviert. Entwickelt wurden diese Kartoffeln vom Team um Charles Arntzen an der Arizona State University. Eine Schwierigkeit besteht laut NewScientist allerdings darin, dass derzeit der Trend von Impfstoffen, die in Lebensmitteln wie Bananen, Tomaten oder Kartoffeln enthalten sind, weg geht. Früher wurde gehofft, dass die gentechnisch veränderten Lebensmittel eine weniger kostenintensive Alternative für ärmere Länder sein könnten. Derzeit wird das Risiko als zu hoch eingeschätzt, wenn derartige Lebensmittel versehentlich in Geschäften oder auf dem Markt verkauft werden. Die Entwicklung konzentriert sich derzeit auf Impfstoffe, die in den Blättern von Pflanzen enthalten sind, die nicht als Nahrungsmittel verkauft werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

... mehr zu:
»Antikörper »Hepatitis »Impfstoff


Arntzen erklärte, dass die Forscher in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr mit Kartoffeln gearbeitet hätten. "Heute reden wir nicht mehr von essbaren Impfstoffen sondern von hitzebeständigen oralen Impfstoffen." Jetzt werden gemahlene Blätter allerdings wie konventionelle Medikamente in Gelatinekapseln verabreicht. Derzeit werden Versuche mit Tieren durchgeführt. Die besten Ergebnisse konnten bisher mit Nicotiana benthamiana erzielt werden, einer Verwandten der Tabakpflanze, die in der Forschung vielfach eingesetzt wird. Als Nahrungsmittel kommt diese Pflanze laut Arntzen nicht in Frage. Die Blätter werden geerntet, gewaschen, zerkleinert und zum Haltbarmachen gefriergetrocknet. So haltbar gemacht, können die Kapseln auch bei großen Temperaturen ohne Kühlung gelagert werden. Dieser neue Ansatz gewährleistet auch, dass der Impfstoff in gleich bleibenden Dosierungen verabreicht werden kann. Ein Umstand, der sich positiv auf ihre Zulassung auswirken dürfte.

Für die Studie aßen Freiwillige fein geriebene Stücke roher Kartoffeln. Ein Teil der Gruppe erhielt Kartoffel, in denen ein wichtiges Protein des Hepatitis B enthalten war. Mehr als 60 Prozent der Teilnehmer, die drei Gaben des Impfstoffes erhalten hatten, bildeten große Mengen von zusätzlichen Antikörpern gegen das virale Protein. Wurde der Impfstoff zwei Mal verabreicht, lag dieser Wert bei 53 Prozent. Keiner der Teilnehmer, die normale Kartoffeln aßen, bildete zusätzliche Antikörper. Alle Freiwilligen hatten zuvor eine normale Impfung gegen Hepatitis B erhalten. Das bedeutet, dass der Kartoffelimpfstoff eine bereits vorhandene Immunität weiter verstärkte. Arntzen räumte ein, dass ein Test mit zuvor nicht geimpften Personen wesentlich strenger gewesen wäre.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.asu.edu
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: Antikörper Hepatitis Impfstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie