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Schlechte Nachrichten brechen das Herz

10.02.2005


Große Mengen von Stresshormonen wirken betäubend



Wissenschafter der Johns Hopkins University haben nachgewiesen, dass das Erhalten einer schlechten Nachricht einem Menschen wirklich "das Herz brechen" kann. Betroffene leiden unter tagelangen Schüben von Adrenalin und anderen Stresshormonen, die das Herz betäuben. Laut der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie können diese Symptome fälschlicherweise für einen Herzanfall gehalten werden. Diese gebrochenen Herzen heilen jedoch. Der durch den Stress hervorgerufene Schaden ist vorübergehend und hält laut BBC meist nur einige Wochen an.

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Die Forscher untersuchten 19 Patienten, die mit herzanfallähnlichen Symptomen ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Dabei handelte es sich um Schmerzen im Brustbereich, Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen, Kurzatmigkeit und Herzversagen. Bei der Untersuchung der überwiegend älteren Frauen konnten keine Blockierungen der zum Herzen führenden Arterien oder andere klinische Symptome eines Herzanfalls diagnostiziert werden. Bei der weiteren Untersuchung zeigte sich, dass die Betroffenen über große Mengen von Stresshormonen im Blut verfügten. Besonders hoch waren die Adrenalin- und Noradrenalinwerte.

Diese Werte waren zwischen sieben und 34 Mal so hoch wie bei einer Gruppe von untersuchten Herzanfallpatienten. Stresshormone können das Herz vergiften und es so laut den Wissenschaftern tatsächlich betäuben. Die gestressten Patienten verfügten zusätzlich über erhöhte Werte des Herzhormons Brain Natriuretic Peptide (BNP), das anzeigt, dass das Herz schwerer arbeitet als normal. Echokardiogramme und Elektrokardiogramme zeigten zusätzlich ein charakteristisches Muster, das sich von den Ergebnissen nach einem Herzanfall deutlich unterschied. Alle 19 Teilnehmer hatten einige Stunden vor dem Einsetzen der Symptome einen schweren emotionalen Schock erlitten. Rund die Hälfte hatte vom Tod ihres Partners oder eines Verwandten erfahren. Andere Auslöser waren ein bewaffneter Raubüberfall, ein Auftreten in der Öffentlichkeit und eine Aussage vor Gericht sowie Überraschungsparties. Die Patienten erholten sich jedoch rasch und wiesen nach zwei Wochen keine Symptome mehr auf. MRI-Scans bestätigten in der Folge, dass keiner der Betroffenen einen irreversiblen Muskelschaden erlitten hatt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jhu.edu
http://content.nejm.org

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