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Deutsche arbeiten immer weniger - Unternehmen brauchen deshalb dringend höhere Produktivität

26.01.2005


Arbeitszeit in Westeuropa sinkt bei hohem Lohnniveau immer weiter - Verringerung unproduktiv verbrachter Zeit in Betrieben bringt mehr Wettbewerbsfähigkeit und neue Impulse für Arbeitsmarkt

Weil die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf in Deutschland immer weiter zurück geht, müssen die Unternehmen ihre Produktivität deutlich steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Proudfoot Consulting, die die Entwicklung der internationalen Arbeitsproduktivität vergleicht. Die im Vergleich zu den USA und Osteuropa immer weiter sinkende Arbeitszeit und das hohe Lohnniveau in Deutschland und Westeuropa werden der Studie zufolge die Unternehmen zu nachhaltigen Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung zwingen.

Besonders prekär entwickelt sich die Situation der Unternehmen in Deutschland. Hier wurden im Jahr 2003 durchschnittlich nur 1.441 Arbeitsstunden geleistet, Tendenz seit Jahren sinkend. Davon wurden der Studie zufolge rund 519 Stunden unproduktiv verbracht. In anderen westeuropäischen Ländern liegt die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nur geringfügig höher. In den USA dagegen steigt die Arbeitszeit seit Jahren an und lag 2003 mit 1.865 Stunden (671 unproduktiv) damit deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt. Auch in Osteuropa steigt die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden pro Jahr.

Dr. Jochen Vogel, Deutschland-Chef von Proudfoot Consulting: "Niedrige Wochenarbeitszeiten und hoher Jahresurlaub plus anhaltend hohes Lohnniveau - die Luft wird immer dünner für deutsche Unternehmen. Der aktuelle Trend zur Arbeitszeitverlängerung wird das Problem nur unzureichend lösen und ist zudem vor dem Hintergrund der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland umstritten". Der Schlüssel zu höherer Wettbewerbsfähigkeit liege vielmehr in einer höheren Produktivität der Unternehmen. Prof. Nicholas Crafts von der London School of Economics: "Die Proudfoot-Studie identifiziert als wichtigsten Grund für unproduktive Arbeitszeit mangelnde Planung und Steuerung sowie mangelnde Führung und Aufsicht. Noch immer scheint den Führungskräften die enorme Dimension dieser Schwächen nicht bewusst zu sein."

Die verschwendeten Potenziale sind enorm. So werden der Produktivitätsstudie von Proudfoot Consulting zufolge in Deutschland 74 Arbeitstage pro Jahr durch unproduktive Tätigkeiten verschwendet. Durch Verringerung der unproduktiv verbrachten Zeit ließen sich jährlich allein in Deutschland bis zu 150 Milliarden EUR einsparen. Das entspricht 7,9 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Dr. Jochen Vogel, Deutschland-Chef von Proudfoot: "Die im Vergleich niedrigen Arbeitszeiten bei gleichzeitig hohem Lohnniveau lassen sich in Deutschland auf absehbare Zeit nicht nachhaltig ändern. Deshalb muss die Verringerung der unproduktiv verbrachten Arbeitszeit in den Betrieben Priorität haben. Kommen wir hier zu deutlichen Fortschritten, bedeutet das nicht nur mehr Wettbewerbsfähigkeit für deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt, sondern auch neue Impulse für den Arbeitsmarkt."

Zum Studiendesign:

Datenbasis der Globalen Produktivitätsstudie 2004 von Proudfoot Consulting ist die Auswertung zweier umfangreicher Erhebungen: Zum einen wurden 1.668 Produktivitätsanalysen in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Österreich, Ungarn, Südafrika, Australien und den USA durchgeführt. Zum anderen basiert die Studie auf einer Umfrage von Karmasin Marktforschung, dem österreichischen Gallup-Institut, bei 925 Führungskräften in neun Ländern.

Stefan Kinner | presseportal.
Weitere Informationen:
http://www.wbpr.de

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