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Intelligenz und Selbstmordrisiko hängen zusammen

21.01.2005


Wissenschafter der Bristol University und des Karolinska Institutet haben nachgewiesen, dass junge Männer, die bei Intelligenztests schlecht abschnitten, zwei bis drei Mal eher Selbstmord verübten. Das Team begleitete fast eine Mio. 18 Jahre alter Männer, die zum Militär einberufen wurden, bis zu 26 Jahre lang. Im British Medical Journal sprechen die Forscher Problemen in der Kindheit eine grundlegende Bedeutung zu.



Der leitende Wissenschafter David Gunnell von der University of Bristol erklärte, dass es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen intellektueller Leistung und psychiatrischen Störungen wie Schizophrenie und Depression gäbe. Wenige Studien hätten jedoch den Bereich Intelligenz und Selbstmord untersucht. Bei der aktuellen Studie handle es sich um das bisher größte Forschungsvorhaben in diesem Bereich. "Wir haben einen direkten Zusammenhang zwischen der intellektuellen Leistung und dem folgenden Selbstmordrisiko gefunden." Insgesamt wurden 2.811 Selbstmorde verübt. Bessere Leistungen bei Tests zu logischen, sprachlichen, räumlichen und technischen Fähigkeiten entsprachen einem niedrigeren Selbstmordrisiko. Den direktesten Zusammenhang gab es bei den Ergebnissen der Tests zu logischen Fähigkeiten. Das Selbstmordrisiko war bei den am schlechtesten Abschneidenden drei Mal höher als bei den Teilnehmern mit den besten Ergebnissen.



Rekruten, die bei den Intelligenztests schlechte Leistungen erbrachten und über gebildete Eltern verfügten, schienen ebenfalls einem höheren Selbstmordrisiko ausgesetzt zu sein. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass Einflüsse auf die kindliche Gehirnentwicklung das Risiko einer Geisteskrankheit und damit auch eines Selbstmordes erhöhen. Sie nehmen an, dass Kinder, die eine Krise erleben und sich schlechter anpassen können, später über ein erhöhtes Selbstmordrisiko verfügen. "Intelligenz kann ihre Chancen im Leben beeinflussen, ihre finanzielle Sicherheit und ihre Aussichten zu heiraten." Alle diese Faktoren können laut Gunnell eine wichtige Rolle beim Ausmaß des Risikos einer Selbsttötung spielen.

Selbstmord ist laut den Samaritern bei einem Fünftel aller jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren die Todesursache. Damit handelt es sich um die nach Unfällen häufigste Todesursache. Jedes Jahr verüben rund 19.000 junge Menschen in Großbritannien einen Selbstmordversuch. Rund 700 sterben in der Folge. Junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren verüben laut Mind am ehesten Selbstmord. Junge Männer sterben viel eher an den Folgen eines Selbstmordversuches. Zwischen 1971 und 1998 sank die Selbstmordrate bei Frauen in England und Wales um fast die Hälfte. Im gleichen Zeitraum verdoppelte sich laut BBC die Selbstmordrate bei Männern.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bris.ac.uk
http://www.samaritans.org.uk/
http://www.mind.org.uk

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