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Umweltverschmutzung verantwortlich für Krebs bei Kindern

17.01.2005


Heftige Kontroversen über Studienergebnis



Umweltverschmutzung ist nach einer Studie der University of Birmingham zumeist dafür verantwortlich, dass Kinder bis 16 Jahren an Krebs erkranken. Die Gefährdung der Kinder tritt bereits im Mutterleib ein, berichtet der Studienleiter George Knox im Journal of Epidemiology and Community Health http://jech.bmjjournals.com . Krebsexperten kritisieren die Studie allerdings als unschlüssig und nicht nachvollziehbar.



Knox hatte Umwelt-Analysedaten von 2001 an verschiedenen Standorten in Großbritannien und Kinderkrebsfälle untersucht. Konkret ging es um jene Kinder, die zwischen 1966 und 1980 an Leukämie gestorben sind. Nach den Studienergebnissen hat das Risiko an Leukämie zu erkranken, besonders dort stark zugenommen, wo die Belastung durch Umweltgifte am stärksten war. In einem Radius von einen Kilometer Entfernung von jenen Stellen, an denen die Belastung durch Chemikalien besonders hoch war, stieg auch das Risiko auf das zwei bis vierfache an, noch vor dem 16. Lebensjahr an Krebs zu sterben. Das größte Risiko bildeten die Substanzen 1,3-Butadiene und Kohlenmonoxid, die in Autoabgasen enthalten sind.

Nach Knox Angaben, können jene chemischen Stoffe über die Plazenta in das Ungeborene gelangen. Dass diese Stoffe kanzerogen sind, sei in Tierversuchen vielfach bewiesen worden. Dass die Analysedaten und die untersuchten Krebsfälle weit auseinander liegen, scheint Knox nicht zu stören. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Emissionen stetig zurückgegangen. Der Wissenschaftler weist daraufhin, dass das Risiko, dass Kinder an Krebs sterben mit einem pro 1.000 Kind relativ gering sei. Dennoch forderte er eine weitere Reduktion von Schadstoffen.

Heftige Kritik erntete der Wissenschaftler vom britischen Leukaemia Research Fund http://www.lrf.org.uk . Der Fonds lehnt jeglichen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und den Fällen ab und argumentiert damit, dass die Emissionsdaten und die Krebsraten zum Teil 40 Jahre auseinander liegen. Auch der Forscher Anthony Michalski vom Institute of Child Health argumentiert damit, dass sich die Kinderkrebsraten sowohl in der industrialisierten Welt als auch in nicht-industrialisierten Ländern ziemlich die Waage halten. Das würde bei einem solchen Studienergebnis nicht erwartet.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bham.ac.uk
http://jech.bmjjournals.com
http://www.lrf.org.uk

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