Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europamarkt für MRT-Kontrastmittel und PET-Radiopharmazeutika entwickelt sich uneinheitlich

13.01.2005


Signifikante Änderungen in der Kontrastmittel- und radiopharmazeutischen Industrie sorgen für gegensätzliche Entwicklungen in einzelnen Segmenten der Branche. Während einige Marktbereiche ein erfreuliches Umsatzwachstum verzeichnen, stellt sich in anderen Segmenten eine zunehmende Sättigung ein. Laut einer aktuellen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan wird das Umsatzvolumen im Europmarkt für Kontrastmittel von derzeit 779,4 Millionen US-Dollar (2003) auf 1238,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 ansteigen. Für denselben Zeitraum ist im radiopharmazeutischen Markt ein Umsatzwachstum von 415,9 Millionen US-Dollar auf vorraussichtlich auf 643,6 Millionen US-Dollar zu erwarten.


Im Kontrastmittelmarkt erfährt derzeit insbesondere die Röntgen- beziehungsweise Computertomographie einen Umsatzrückgang infolge der Einführung neuer Technologien, welche weniger Kontrastmittel benötigen. Dagegen sind in den Bereichen Magnetresonanz-Tomographie (MRT) und Ultraschall erhebliche Umsatzsteigerungen zu verzeichnen.

Ähnlich entwickelt sich der Markt für Radiopharmazeutika. Obwohl die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ein Wachstum verbuchen kann, erleben andere Bereiche einen Sättigungsprozess. Zudem ist das Marktumfeld derzeit durch einen erheblichen Preisverfall geprägt, der den Gesamtmarkt negativ beeinflusst.


Zweistelliges Wachstum im MRT-Bereich

„Den Einflüssen von Marktsättigung und Preiserosion auf dem Gesamtmarkt wirkt allerdings das enorme Entwicklungspotenzial von MRT-Kontrastmitteln und PET-Pharmaka entgegen,“ kommentiert Shrividya Badrinarayanan, Research Analystin bei Frost & Sullivan. „Erfolgreich werden die Hersteller sein, die sich dem Preisdruck widersetzen und kosteneffektive und verbesserte Kontrastmittel auf dem Markt lancieren.“

Insbesondere den Kontrastmitteln im MRT-Bereich, die einen wesentlichen Anteil am derzeitigen Umsatzvolumen des Gesamtmarktes ausmachen, wird im Prognosezeitraum von 2003 bis 2010 ein zweistelliges Wachstum prognostiziert. Gründe hierfür sind vor allem vermehrt angewendete MRT-Verfahren und die daraus resultierenden zusätzlichen Installationen der MRT-Geräte. Aber auch ihre hervorragenden kontrastgebenden Eigenschaften und die breitgefächerten Anwendungsmöglichkeiten unterstützen den wachsenden Absatz der MRT-Kontrastmittel.

Misstrauen der Anwender verhindert Wachstum

Obwohl die Einführung neuer Produkte insbesondere in den Segmenten MRT-Kontrastmittel und Ultraschall erwartet wird, erweist sich die zögerliche Akzeptanz durch Ärzte und Techniker als Wachstumsbremse. Zurückzuführen ist dieses Misstrauen der Anwender gegenüber den neuen Produkten im wesentlichen auf die Preissensitivität des Marktes. „In Ländern wie Frankreich und Großbritannien zeigt sich die Situation besonders deutlich“, erklärt Badrinaryanan. „Trotz großer Umsatzpotenziale haben Preissensitivität und die geringe Produktanwendung negative Auswirkungen auf den gesamten Kontrastmittelmarkt.“

Darüber hinaus wird der Markt durch die uneinheitliche Situation in Bezug auf Rückzahlungsbestimmungen und Preispolitik in den verschiedenen europäischen Ländern beeinflusst. Während zum Beispiel Deutschland und Italien extrem strenge Regelungen verfolgen, gibt es in anderen Ländern keinerlei klare Vorgaben. Als Konsequenz herrscht Unsicherheit unter den Marktteilnehmern, die ihre Produkte in diesen Ländern einführen möchten. Oftmals fällt die Rückerstattung durch Behörden eher gering aus, was die Ärzte von hohen Investitionen abhält.

Wettbewerb und wachsende Produktreife bergen Potenziale

Trotz allem bietet der europäische Markt für Kontrastmittel und Radiopharmazeutika zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. Verstärkter Wettbewerb und wachsende Produktreife beispielsweise werden zu einer Zunahme von Forschung und Entwicklung und damit neuen Produkten führen. Nicht zuletzt suchen Röntgenologen und Techniker in ganz Europa ständig nach wirksameren bildtechnischen Mitteln, die eine bessere Bilddarstellung und eine schnellere Krankendiagnostik ermöglichen. Dabei werden die Hersteller dem wachsenden Druck ausgesetzt sein, kosteneffektivere Produkte anzubieten, die mit guten oder sogar besseren Merkmalen den Vorstellungen der Endkunden entsprechen.

Fusionen und Übernahmen werden erwartet

Der Markt selbst wird infolge der Konsolidierungsbestrebungen der Marktteilnehmer künftig von Fusionen und Akquisitionen geprägt sein. Ein Beispiel dafür ist die Übernahme von Amersham plc durch GE Medical Systems, bei der sich vor kurzem ein auf bildgebende Diagnose spezialisiertes Unternehmen mit einem Kontrastmittelhersteller zusammmengeschlossen hat.

„Abgesehen von einem zunehmenden Interesse an den schnell wachsenden MRT- und PET-Segmenten dürfte sich in naher Zukunft der steigende Bedarf an Ultraschall-Kontrastmitteln und therapeutischen Pharmaka – als Resultat der steigenden Fokussierung auf Krebsdiagnostik und den therapeutischen Behandlungsmitteln - vorteilhaft auf das Wachstum des Gesamtmarktes auswirken,“ schließt Badrinarayanan.

Zu den wichtigsten Marktteilnehmern im Europamarkt für Kontrastmittel und Radiopharmazeutika zählen Bracco, Bristol-Myers Squibb, GE Healthcare, Guerbet S.A., Schering AG und Tyco Healthcare.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine erste kostenfreie Einführung in die Analyse zum europäischen Markt für Kontrastmittel und Radiopharmazeutika in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen mit Angabe von Name, Adresse, Telefon- und Fax-Nummer können gerichtet werden an Katja Feick, Corporate Communications (katja.feick@frost.com).

Titel der Analyse: The Contrast Media and Radiopharmaceuticals Market in Europe (B428)

Weitere Informationen:

Katja Feick
Corporate Communications
Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt am Main
Tel: 49 (69) 77 0 33 12
Fax: 49 (69) 23 45 66
E-Mail: katja.feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://healthcare.frost.com
http://www.presse.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise