Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine und mittlere Unternehmen sehen BASEL II eher als Chance

11.01.2005


Kleine und mittlere Unternehmen sehen BASEL II eher als Chance. Das ist das Ergebnis einer Mittelstandsumfrage im Rahmen einer Diplomarbeit im Studiengang Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Köln.


Die von 2007 an gültigen internationalen Eigenkapitalregeln für Banken (BASEL II) begründen eine neue Risikokultur in der Wirtschaft. Der Risikogehalt des Geschäftes wird künftig die Kreditkosten beeinflussen. Dieser Risikogehalt wird im Rahmen von Ratings ermittelt ("Kein Kredit ohne Rating"). Das hat bereits zu Kontroversen geführt: Angeblich befürchten die einen, dass ihnen der Kredithahn zugedreht wird. Angeblich erhoffen die anderen günstigere Bedingungen. Diese Kontroverse war der Anlass für eine Email-Umfrage im Rahmen der Diplom-Arbeit von Frederic Kerschbaum im Bereich Wirtschaftsinformatik der Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften der Fachhochschule Köln. 140 kleine und mittlere Unternehmen sowie 40 Großunternehmen beantworteten die 21 gestellten Fragen.

Wichtigste Ergebnisse der Umfrage:


35 Prozent der Mittelständler halten BASEL II für ein Risiko, 65 Prozent dagegen für eine Chance. Erwartet wird eine Erleichterung der Kreditbeschaffung und eine Absenkung der Finanzierungskosten.

Im Sommer 2004 hatten erst sieben von 140 Unternehmen ein Rating durchführen lassen.

Die Zufriedenheit der Unternehmen mit der Betreuung durch ihre Hausbank war sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt betrug die Zufriedenheit (0 - 100Prozent): 66 Prozent. Eher unzufrieden (<50 Prozent) waren 37 Prozent der erfassten Unternehmen. 20 Prozent der Unternehmen waren extrem zufrieden (>90 Prozent).

In den Unternehmen wird über alternative Finanzierungsquellen statt Krediten nachgedacht, vor allem in Großunternehmen. In Frage kommen v.a. Leasing und Forderungsverkauf.

Um drohende Risiken frühzeitig zu erkennen, werden v.a. Techniken der Kostenanalyse und Marktbeobachtung eingesetzt.

BASEL II ist noch nicht überall angekommen. Jedes sechste Unternehmen hat sich noch nicht mit BASEL II auseinandergesetzt. Andere bereiten sich auf das Thema durch Besuch von Seminaren und Gespräche mit den Banken vor. Vor allem solche informationsaktiven Unternehmen sehen in BASEL II eher Chancen als Risiken.

Fazit

Eine Aufgabe der Zukunft wird es sein, kleine und mittlere Unternehmen besser über die neuen Richtlinien und ihre Konsequenzen für die Unternehmen zu informieren. Banken, Beratungsstellen und Firmen sollten gemeinsam nach Lösungen suchen, statt über befürchtete Kreditklemmen Investitionsverschiebungen zu riskieren.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Georg v. Landsberg, E-Mail: landsberg@gm.fh-koeln.de

Petra Schmidt-Bentum | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-koeln.de

Weitere Berichte zu: Basel Großunternehmen Rating Risikogehalt Wirtschaftsinformatik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise