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Steueränderungen gefährden Wachstum der Private Equity-Industrie in Europa

16.12.2004


Die jüngsten Steuerreformen in Europa beunruhigen Private Equity Häuser. Steuerexperten glauben, dass sich diese negativ auf das mittel- bis langfristige Wachstum der Branche auswirken könnten. Dies ergibt der von PwC durchgeführte European Private Equity Tax Survey 2004, in dem über 50 der größten Private Equity-Häuser in Europa befragt wurden.

Die Ergebnisse der Studie haben gezeigt, dass 80 Prozent der Befragten die lokalen Steuergesetzgebungs-Änderungen in Europa bezüglich der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Finanzierungszinsen als das wesentliche Problem ansehen. Darüber hinaus werden Verrechnungspreise und der Grundtenor von Neuregelungen im Bereich der Unternehmensbesteuerung von der Mehrheit der Befragten als Besorgnis erregend bezeichnet. Insgesamt beklagen 70 Prozent der Befragten, dass die kalkulierte Steuerbelastung im Zeitpunkt des Abschlusses einer Transaktion über die Laufzeit des Investments zunehmend schwieriger beizubehalten ist.

"Der Gesetzgeber muss die Auswirkungen von Steuerreformen auf die Private Equity-Industrie im Auge behalten. Momentan sind Private Equity-Häuser im Steuerreformnetz gefangen. Das begrenzt nicht nur das Volumen der Mittel, die für Reinvestitionen zur Verfügung stehen, vielmehr lässt die Bereitschaft zu neuen Transaktionen nach", erläutert Dr. Dietgard Klingberg, Partner bei PwC im Bereich Mergers & Acquisitions Tax. "Das wird ernste Auswirkungen auf das Wachstum der Branche und generell den Markt für M&A Transaktionen haben."

"Die Private Equity Branche ist eine der zentralen Triebfedern für den dringend notwendigen Strukturwandel in Deutschland", konstatiert Dr. Frank Schmidt Partner bei PwC im Bereich Mergers & Acquisitions Tax. Private Equity Transaktionen haben einen sehr viel höheren Fremdfinanzierungsanteil als Unternehmensübernahmen strategischer Investoren. Indem der Gesetzgeber den Abzug der Schuldzinsen auf das investierte Fremdkapital beschränkt, trifft er die Private Equity-Branche sehr viel stärker als jede andere Unternehmensgruppe", ist sich Dr. Frank Schmidt sicher. "Das kann nicht im Interesse unserer Volkswirtschaft sein."

Gegenstand der PwC-Studie ist weiterhin, wie die Private Equity-Häuser die Steuerbelastung ihres Portfolio Investments intern managen. 90 Prozent der beteiligten Häuser berücksichtigen die Steuerbelastung bei der Berechnung der internen Rendite, der Schlüsselgröße zur Beurteilung der Wertsteigerung eines Investments. Allerdings erscheint die Strategie zur Minimierung von Steuerzahlungen in den Portfolio-Unternehmen weit weniger klar. Dies zeigt sich daran, dass steuerliche Aspekte bislang kaum eine Rolle spielen, wenn es um die Vergütung der zuständigen Private Equity-Teams geht: Die meisten Vergütungspläne basieren auf der Erfüllung von Umsatz- und Ergebniszahlen - nur 38 Prozent der Private Equity-Gesellschaften belohnen ihre Teams, wenn diese bei einer Beteiligung Steuern sparen.

"Steuern sind ein Kostenfaktor wie jeder andere," kommentiert Dr. Frank Schmidt. "Zirka 60 Milliarden Euro Private Equity Investitionen in Europa im Jahr 2003 machen deutlich, welch enorme Bedeutung die steuerliche Behandlung von Unternehmensfinanzierungen hat. Die Steuerreformen in Europa, die den Private Equity-Häusern das Leben schwer machen, machen es nun notwendig diese Kosten vom Erwerbszeitpunkt bis zum Exit des Portfolioinvestments im Griff zu behalten."

Dr. Frank Schmidt | PriceWaterhouseCoopers
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

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