Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Europamarkt für Knochentransplantatersatz

09.12.2004


Klinischer Erfolg von Transplantaten entscheidend im europäischen Markt für Knochentransplantatersatz



Der Markt für Knochentransplantatersatz, insbesondere für spinale Anwendungen, ist gegenwärtig der am schnellsten wachsende Sektor im orthopädischen Bereich. Nach einer Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan wurde im Jahr 2003 in Europa mit Knochentransplantatersatz ein Umsatz von insgesamt 39,5 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Kontinuierliche Innovation soll den Markt bis 2010 auf 114,9 Millionen US-Dollar wachsen lassen. Die nicht zuletzt auf älter werdende geburtenstarke Jahrgänge zurückzuführende steigende Zahl orthopädischer Operationen führt auch zu einer zunehmenden Nachfrage nach Knochentransplantat.



Herkömmlicherweise wird in der orthopädischen Chirurgie und in der Traumatologie mit Autotransplantaten (aus dem eigenen Knochenbestand des Patienten) oder allogenen Transplantaten (von einem anderen menschlichen Spender) gearbeitet. Autotransplantate gelten zwar als die beste Lösung für die Behandlung muskuloskeletaler Defekte, sie verursachen aber hohe Kosten und weisen eine erhöhte Morbidität auf.

Verkürzte Operationsdauer und Rehabilitationszeit

Deshalb besteht Bedarf an kostengünstigeren, effektiven Lösungen, die eine geringere Morbidität verzeichnen. Mit den gegenwärtig verfügbaren Knochentransplantatersatz-Produkten lassen sich Operationsdauer und Rehabilitationszeit verkürzen. Um aber das Produktpotenzial zu maximieren, müssen die Hersteller die Chirurgen von der physiologischen Ähnlichkeit des Produkts mit dem Knochen überzeugen. "Folglich gilt es derzeit, ein Knochenersatzmaterial mit einer klinischen Wirksamkeit zu entwickeln, die der von Autotransplantaten entspricht oder diese übertrifft", stellt Tanya Pullen, Programme Manager Medical Devices bei Frost & Sullivan, fest. "Die Hersteller stehen deshalb vor der Aufgabe, Materialien auf den Markt zu bringen, die über osteokonduktive (das Knochenwachstum unterstützende) und osteoinduktive (die Knochenbildung induzierende) Oberflächen verfügen."

Chirurgen von neuen Produkten und ihren Vorteilen überzeugen

Darüber hinaus hält dieser viel versprechende Markt weitere Schwierigkeiten für die Hersteller bereit. Zum einen müssen sie nicht nur die Eignung der Knochenersatzmaterialien nachweisen, sondern auch die Chirurgen von deren Vorteilen überzeugen und sie entsprechend schulen, damit sie die neuen Technologien einsetzen. Zum anderen könnte das Wachstum des Substitutmarktes auch durch Faktoren wie die hohen Kosten bestimmter Substitute und die unbefriedigenden mechanischen Eigenschaften von demineralisierter Knochenmatrix (DKM, DBM - demineralised bone matrix), synthetischen Substituten und faktor- bzw. zellbasierten Produkten gebremst werden.

Konkurrenz durch BMP-Produkte zu erwarten

Im Vergleich der drei wichtigsten Marktsegmente konnten synthetischer Knochentransplantatersatz und demineralisierte Knochenmatrix in den letzten fünf Jahren ein spürbares Wachstum verzeichnen. Mit den BMP-Produkten (bone morphogenic proteins), die im Jahr 2006 oder 2007 die Marktzulassung in Europa erhalten sollen, dürfte ihnen jedoch eine ernsthafte Konkurrenz erwachsen.

Fragmentierter Markt geprägt durch Innovationen und intensivem Wettbewerb

Der von einem intensiven Wettbewerb geprägte und stark fragmentierte Markt verzeichnet immer wieder Innovationen und regelrechte Durchbrüche. Angeboten werden nun nicht mehr nur einzelne Produkte, sondern ganze Produktpaletten unter einem einheitlichen Markennamen.

"Bisher gab es sehr wenige Überschneidungen zwischen den Produktsegmenten, da die meisten Unternehmen nur einen Produkttyp anboten", erklärt Pullen. "Das hat sich aber geändert, nachdem verschiedene große Unternehmen Produkte für andere Segmente entwickelt haben und nun aus einer Hand unter einem Markennamen das komplette Spektrum der Knochentransplantatersatz-Produkte anbieten."

Kleineren Herstellern drohen Fusionen und Uebernahmen

In dem zunehmend umkämpften Markt müssen vor allem kleinere Unternehmen die Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Blick behalten, wenn sie ihre Marktanteile behaupten wollen. Die Bemühungen größerer Firmen, ihr Produktportfolio zu erweitern, führen immer wieder zu Fusionen oder Übernahmen kleinerer Wettbewerber. Jüngste Belege für diesen Trend sind die Übernahme von Interpore Cross durch Biomet Inc. und die Fusion des schweizerisch-holländischen Biomedizin-Unternehmens IsoTis S.A und der US-Firma GenSci Orthobiologics zu IsoTis OrthoBiologics.

Titel der Analyse:
A Strategic Analysis of the European Bone Graft Substitutes Market (Code B413)

Weitere Informationen:
Katja Feick
Corporate Communications
Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel.: 069-77033-12
Fax: 069-234566
Katja.Feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://medicaldevices.frost.com
http://www.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften