Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Apotheken: Medikamente aus dem Web finden wenig Akzeptanz

08.12.2004


Die Deutschen sind zurückhaltend beim Kauf von Medikamenten im Internet. Nur jeder siebte Befragte hat schon einmal Arzneimittel im Web bestellt. Das ist das Ergebnis einer Internet-Trendumfrage von Mummert Consulting und dem Spezialisten für Umfrage- und Beschwerdemanagement-Software Inworks.

Während der Medikamentenkauf im Web sich scheinbar nur zögerlich durchsetzt, ist die Online- Gesundheitsberatung beliebter: Jeder fünfte Befragte hat sich bei Gesundheitsfragen schon einmal in einem Internetforum den Rat eines Experten geholt. Um ihren Marktanteil von 3,3 Prozent in 2003 zu erhöhen, setzen die Online-Apotheken in Zukunft auf Kooperationen mit Krankenkassen: Die Ersatzkasse GEK beispielsweise kooperiert mittlerweile mit drei Versandapotheken. Die GEK-Versicherten erhalten im Rahmen der Partnerschaft drei Prozent Bonus auf die gekauften Arzneimittel.

Seit Januar 2004 dürfen Arzneimittelhändler ihre Ware über das Internet verkaufen und per Post an die Kunden schicken. Die Ziele der Online-Apotheker sind ambitioniert. DocMorris plant, nach einem Erlös von 51 Millionen Euro im Jahr 2003, für 2005 rund 230 Millionen Euro Umsatz. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen die Internetapotheken die Kunden zum Beispiel durch Kooperationen mit Krankenkassen überzeugen. Denn rund 86 Prozent der deutschen Online-Nutzer haben noch nie Arzneien über das Internet bestellt. Nur 40 Prozent derjenigen, die schon einmal in einer Online-Apotheke eingekauft haben, nutzen den Service auch regelmäßig. Dies sind überwiegend chronisch Kranke: Die Hauptkunden von DocMorris sind Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten (185.744 Kunden), Patienten mit Bluthochdruck (166.660) sowie Diabetiker (151.492). Doch bei akuten Erkrankungen kaufen die meisten Befragten scheinbar lieber in der Apotheke um die Ecke als im Netz. Ein Grund: Sie benötigen schnelle Hilfe, und der Versand der Medikamente dauert häufig zu lange.

Während die Bürger beim Medikamentenkauf im Web eher zögern, ist die schnelle Gesundheitsberatung im Web auf Portalen oder per E-Mail beliebter. 20 Prozent der Befragten gaben an, sich medizinischen Rat im Internet einzuholen. Umfangreiche Angebote im Web ersetzen dabei schon einmal den Weg zum Arzt. Knapp jeder Dritte, der sich den Rat eines Experten in einem Gesundheitsportal eingeholt hat, verzichtete anschließend auf den Arztbesuch.

In welchem Maße ersetzt das Internet den Gang zum Arzt und zur Apotheke? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Umfrage „Gesundheit online 2004“. Vom 9. bis zum 27. September beteiligten sich 872 Online-Nutzer an der Umfrage. Durchgeführt wurde die Befragung von Mummert Consulting und dem Spezialisten für Umfrage- und Beschwerdemanagement-Software Inworks.

Jörg Forthmann | Mummert Consulting AG
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

Weitere Berichte zu: Medikament Medikamentenkauf Online-Apotheke Online-Nutzer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften