Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Versicherte wünschen sich größere Transparenz über medizinische Leistungen

07.12.2004


Bertelsmann Stiftung: Patienten werden bei der Informationssuche allein gelassen



Während in Politik, Wirtschaft und Verbänden weiterhin heftig über die künftige Finanzierung des Gesundheitswesens gestritten wird, haben die Versicherten andere Probleme. Sie wünschen sich größere Transparenz über die medizinischen Leistungen. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung. "Nicht die hohen Beitragssätze beunruhigen die Bevölkerung am meisten - das ist eher ein Thema der Arbeitgeber", sagte Jan Böcken, Projektleiter der Gütersloher Stiftung. Die Versicherten wüssten einfach nicht, bei welchem Arzt sie im Krankheitsfall die beste Behandlung bekämen und würden bei der Informationssuche allein gelassen.



Um dieser Intransparenz im Gesundheitswesen zu begegnen, würden es 79 Prozent der Versicherten befürworten, wenn die Krankenkassen über die Qualität der Leistungen von Ärzten und Krankenhäusern informieren würden. Die Krankenkassen sollten zudem ihre Kontrollfunktion stärker ausüben: 83 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Patientenquittung aus, um die Kassen über Unstimmigkeiten informieren zu können. Im Gegenzug wären 57 Prozent der Versicherten bereit, ihr Gesundheitsverhalten durch den Hausarzt kontrollieren zu lassen. Darin sehen die Experten der Bertelsmann Stiftung einen Ansatz, der teilweise ziellosen Präventionsdebatte einen konkreten Impuls zu geben.

Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass sich Patienten und Versicherte nicht "blind" in die medizinische Versorgung begeben. Immerhin 37 Prozent der Befragten informieren sich bereits vor dem Arztbesuch über ihre Erkrankungen und in Frage kommende Behandlungsmöglichkeiten. 71 Prozent dieser "aktiven Informationssucher" versprechen sich davon eine schnellere Genesung. 61 Prozent der Befragten orientieren sich bei ihrer Informationsbeschaffung an der Zufriedenheit anderer Patienten mit dem Arzt. "Jedem leuchtet schnell ein, dass dies kein objektives Qualitätsmerkmal ist", sagte Böcken. Informationen über Fort- und Weiterbildungen des Arztes, die Ausstattung der Praxis mit medizinischen Geräten oder Erfahrungen mit bestimmten Erkrankungen bekämen die Patienten leider kaum.

Als Rettungsanker für eine größere Transparenz der Leistungen im Gesundheitswesen sehen die Versicherten vor allem ein hochwertiges Qualitätsmanagement. 58 Prozent der Befragten erwarten durch eine regelmäßige und unabhängige Überprüfung der Praxis eine bessere medizinische Behandlung. 52 Prozent erhoffen sich durch entsprechende Zertifikate eine effizientere Praxisorganisation und kürzere Wartezeiten.

Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt seit dem Jahr 2001 repräsentativ zweimal jährlich Versicherte und einmal im Jahr Ärzte nach ihrer Meinung über die wichtigsten Themen der Reform des Gesundheitswesens in Deutschland.

Rückfragen an: Jan Böcken, Telefon: 0173 / 545 20 73

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften