Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Outsourcing sichert Arbeitsplätze in Deutschland

01.12.2004


  • Fertigungsindustrie zeigt: Verlagerung an externe Partner erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und bietet die Chance auf neue Jobs
  • Behörden schöpfen Potenzial nicht aus

  • Unternehmen müssen Outsourcing zur strategischen Management-Aufgabe machen

Das Outsourcing von IT-Aufgaben sichert in Deutschland Arbeitsplätze und bietet die Chance, neue Jobs zu schaffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertengruppe des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in einer Analyse des Outsourcing-Marktes. "Unternehmen verlagern Aufgaben an externe Dienstleister, um ihre betrieblichen Abläufe zu optimieren und Kosten zu senken. Damit erhöhen sie in international hart umkämpften Märkten ihre Wettbewerbsfähigkeit, stärken ihre Innovationskraft und sichern Jobs in Deutschland", sagt BITKOM-Geschäftsführer Peter Broß. Beispiele wie die Automobilindustrie oder der Maschinenbau zeigen, dass die Verlagerung von Wertschöpfung in Länder mit geringeren Kosten keine negative Wirkung auf den deutschen Arbeitsmarkt haben muss. Nach Aussage des Sachverständigenrats und des Bundesfinanzministeriums haben die Firmen des verarbeitenden Gewerbes durch Zulieferungen aus dem Ausland ihre Position im internationalen Wettbewerb wesentlich verbessert. Ergebnis: Der Exportboom deutscher Produkte hat seit Mitte der 90er Jahre per Saldo zu mehr Beschäftigung in Deutschland geführt.

Inzwischen setzen auch Unternehmen der Dienstleistungsbranche verstärkt Outsourcing ein, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Im Fokus steht die Verlagerung von IT-Aufgaben wie Rechenzentren, Netzwerkmanagement oder Programmierarbeiten an externe Dienstleister. Nicht nur einfache Tätigkeiten wandern dabei in Länder mit geringeren Kosten wie Indien und Osteuropa ab (Offshoring). Trotzdem hat die ITK-Industrie seit 1995 rund 110.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. Nach Schätzungen von amerikanischen Marktforschern sind in den USA im Jahr 2003 durch Ousourcing bzw. Offshoring von Software und IT-Services netto rund 90.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Wesentlicher Grund dafür sind die geringeren Kosten der Unternehmen, die sie über niedrige Preise an die Kunden weitergeben können. "Die Einsparungen durch Outsourcing schaffen Spielräume für Investitionen in anderen Bereichen", sagt Broß.



Die Chancen des Outsourcing von IT-Aufgaben sollten nach Ansicht des BITKOM auch die öffentlichen Verwaltungen stärker nutzen. "Outsourcing entlastet die öffentlichen Haushalte und ermöglicht einen besseren Service für die Bürger", sagt Broß. Bis zu 30 Prozent der ursprünglichen Kosten können die Behörden nach Branchenschätzungen sparen, wenn sie IT-Aufgaben an externe Dienstleister verlagern. Weiterer Vorteil: Der private Outsourcing-Partner übernimmt häufig die Vorfinanzierung der IT- und Kommunikationsinfrastruktur und belastet damit nicht die öffentliche Kasse. "Die Vorbehalte vieler Behörden gegenüber öffentlich-privaten Partnerschaften sind unbegründet", sagt Broß. "Durch innovative Vergütungsmodelle lassen sich die Risiken dieser zum Teil sehr komplexen Projekte immer besser beherrschen." Länder wie Großbritannien oder die USA seien uns hier weit voraus.

Nach Schätzungen von Marktforschern steigt der Wert ausgelagerter IT-Dienstleistungen in Deutschland von 10 Milliarden Euro im Jahr 2003 auf 17 Milliarden Euro in 2008. Das gesamte Outsourcing von Geschäftsprozessen könnte bis 2008 sogar ein Volumen von mehr als 35 Milliarden Euro erreichen. "Damit entsteht eine neue Schlüsselindustrie", sagt Broß. Nach Ansicht der ITK-Industrie bietet Outsourcing eine große Chance, um Firmen und Behörden in Zeiten harten Wettbewerbs und leerer öffentlicher Kassen fit für die Zukunft zu machen. Die Politik, die öffentlichen Verwaltungen und die Unternehmen sollten daher ihren Beitrag leisten:

  • Die Politik sollte dafür werben, dass Outsourcing als ein Instrument zum Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit verstanden wird. Anhand erfolgreicher Projekte der öffentlichen Hand lässt sich zeigen, welche positiven Wirkungen Outsourcing für die Bürger hat.
  • Die öffentliche Hand sollte Outsourcing als tragende Säule der Verwaltungsmodernisierung nutzen. In Gesetzen und Vorschriften in Bund und Ländern müssen dafür Anreize geschaffen werden. Der BITKOM schlägt vor, gemeinsam mit der Industrie ein Referenzmodell für die Abwicklung von Outsourcing-Projekten zu entwickeln, das von der Ausschreibung bis zur Erfolgskontrolle reicht.
  • Die Unternehmen sollten alle Chancen nutzen, um in Zusammenarbeit mit externen Partnern ihre Geschäftsprozesse zu optimieren. Die Betriebe sollten mehr Mittel in Forschung und Entwicklung investieren, um innovative Produkte und Dienste zu entwickeln. Nur durch Innovation kann langfristig die Verlagerung von Wertschöpfung in Länder mit geringeren Kosten kompensiert werden.

Cornelia Kelch | BITKOM
Weitere Informationen:
http://www.bitkom.org

Weitere Berichte zu: IT-Aufgabe Outsourcing Wettbewerbsfähigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics