Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beschäftigung älterer Arbeitnehmer - Harte Fakten zählen mehr als weiche Einschätzungen

24.11.2004


Im internationalen Vergleich liegt die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer in Deutschland auf niedrigem Niveau. Dies wird häufig damit erklärt, dass Personalverantwortliche in den Betrieben eine schlechte Meinung von der Leistungsfähigkeit und dem Engagement älterer Beschäftigter hätten. Eine Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim zeigt indessen, dass diese Erklärung nicht zutrifft.



Aus der Sicht der Personalverantwortlichen in den Betrieben haben ältere Arbeitnehmer gegenüber jüngeren durchaus auch Vorteile und werden keineswegs pauschal als Arbeitnehmer zweiter Wahl abgestempelt. Zu einer Erhöhung des Anteils älterer Arbeitnehmer in den Betrieben führt deren positive Wahrnehmung durch die Personalverantwortlichen aber nicht. Vielmehr zeigt die ZEW-Studie, dass in erster Linie betriebliche Charakteristika wie Firmenalter, der Zustand der eingesetzten Produktionstechnologie oder das Vorhandensein eines Betriebsrats für den Anteil an älteren Arbeitnehmern in einem Betrieb verantwortlich sind.



Die ZEW-Studie, die auf der Grundlage des IAB-Betriebspanels für Baden-Württemberg für das Jahr 2002 basiert, offenbart eine differenzierte Einschätzung der Stärken und Schwächen älterer Arbeitnehmer. So attestieren die Personalverantwortlichen der 800 im Datensatz enthaltenen Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten ihren älteren Arbeitnehmern zwar Defizite bei Belastbarkeit, Lernbereitschaft und Flexibilität. Ältere Arbeitnehmer sind jüngeren Beschäftigten aber beispielsweise bei Erfahrung, Qualitätsbewusstsein und Loyalität überlegen. Insgesamt ergibt sich kein Nachteil für die älteren Beschäftigten in der Wahrnehmung der Personalverantwortlichen.

Als Erklärung für die im internationalen Vergleich eher niedrige Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer in Deutschland taugt die Einstellung der Personalverantwortlichen somit kaum. Vielmehr zeigt die ZEW-Studie, dass es in erster Linie die betrieblichen Charakteristika sind, die den Ausschlag dafür geben, dass in einem Betrieb der Anteil der Beschäftigten über 50 Jahren hoch oder niedrig ist. So beschäftigen Betriebe, die nach 1990 gegründet wurden, signifikant weniger ältere Arbeitnehmer als schon länger bestehende Betriebe. Ebenso haben Betriebe, deren Anlagen auf dem neuesten technischen Stand sind, einen geringeren Anteil an über 50-jährigen Arbeitnehmern. Betriebe, die einen Betriebsrat haben, beschäftigen dagegen im Durchschnitt mehr Ältere als Betriebe ohne eine solche Interessenvertretung. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Betriebsrat durch seine Mitspracherechte den Kündigungsschutz verstärkt.

Ansprechpartner:

Dr. Thomas Zwick, Telefon: 0621/1235-283, Fax: -225, E-Mail: zwick@zew.de
Dr. Bernhard Boockmann, Telefon: 0621/1235-156, Fax: -225, E-Mail: boockmann@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Protein Structure Could Unlock New Treatments for Cystic Fibrosis

14.12.2017 | Life Sciences

Cardiolinc™: an NPO to personalize treatment for cardiovascular disease patients

14.12.2017 | Life Sciences

ASU scientists develop new, rapid pipeline for antimicrobials

14.12.2017 | Health and Medicine