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Todesfälle in den Städten steigen mit den Ozonwerten

17.11.2004


Verringerung um zehn ppb kann Tausende Menschenleben retten



Kurzfristige Anstiege in der Ozonimmission führen in Städten zu höheren Sterberaten. Zu diesem Ergebnis ist die größte je zu diesem Thema durchgeführte Studie der Yale University gekommen. Diese Untersuchung könnte einen wichtigen Einfluss auf zukünftige Entscheidungen in Hinblick auf die Ozonstandards haben. Die US Environmental Protection Agency überprüft derzeit ihre Standards für die maximalen täglichen Ozonwerte. Bodennahes Ozon wird zum Großteil durch den Menschen verursacht. Die Ozon-Gesamtmenge hat sich seit 1900 verdoppelt. Das Gas entsteht, wenn Sonnenlicht mit den Abgasen von Fahrzeugen und Kraftwerken interagiert. Bei hohen Lufttemperaturen kommt es zu einem Anstieg der Ozonbelastung. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.

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Das Team um Michelle Bell analysierte die Todesstatistiken aus 95 US-Städten und konnte damit rund 40 Prozent der Verschmutzung für einen Zeitraum von 14 Jahren abdecken. Es zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit an einem bestimmten Tag zu sterben um 0,52 Prozent steigt, wenn die Ozonwerte in der vorherigen Woche um zehn Teile pro Milliarde (ppb) anstiegen. Diese Zahl war mit 0,64 Prozent leicht erhöht, wenn nur Todesfälle aufgrund von kardiovaskulär und respiratorisch bedingten Problemen berücksichtigt wurden. Bell erklärte gegenüber NewScientist, dass eine Verringerung der Ozonwerte um zehn ppb in den USA das Leben von 4.000 Menschen retten würde. Die Vorteile könnten sogar noch größer sein, wenn man den gesamten Einfluss von Ozon auf die Sterblichkeit berücksichtigte. Die Auswirkungen eines lebenslangen Kontaktes mit Ozon seien dabei nämlich noch nicht eingerechnet, so Bell.

Untersuchungen zu den negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Ozon führten 1997 zu einer Verringerung der in den Vereinigten Staaten erlaubten Werte von 120 ppb für die am stärksten belastete Stunde eines Tages auf 80 ppb über einen Zeitraum von acht Stunden. Diese Werte könnten nochmals gesenkt werden. Die aktuelle Studie zeigte, dass ein Ansteigen des Ozon um zehn ppb, auch wenn es unterhalb der derzeitigen Höchstwerte lag, das Todesrisiko am folgenden Tag noch immer um 0,15 Prozent erhöhte. Frühere Studien haben nachgewiesen, dass Ozon eine Entzündung der Lunge verursacht und sowohl die Anzahl der Krankenhausaufenthalte als auch der Asthmaanfälle erhöht. Hinsichtlich der Auswirkungen des Ozons auf das Todesrisiko lagen jedoch uneinheitliche Ergebnisse vor. Dafür macht Bell eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden und eine eingeschränkte Anzahl von Standorten verantwortlich.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.yale.edu/forestry
http://jama.ama-assn.org

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