Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Unternehmen sind besser organisiert und flexibler als ihre internationale Konkurrenz

10.11.2004


Wie und warum funktioniert die Organisation eines Unternehmens - oder auch nicht? Antworten auf diese elementaren Fragen liefert "OrgDNA" - ein neues, webbasiertes Bewertungsinstrument von Unternehmen, das Booz Allen Hamilton jetzt entwickelt hat. Das Fazit einer Auswertung von rund 1.000 deutschen Online-Profilen: Deutsche Unternehmen sind besser organisiert und können so schneller auf neue Trends und Marktveränderungen reagieren.


Pluspunkte ernten sie auch für klar verteilte Entscheidungskompetenzen und einen reibungslosen Informationsfluss. Insgesamt besteht jedoch noch weiterer Verbesserungsbedarf: Denn auch in Deutschland sind noch 49% der Unternehmen "ungesund" und weisen nur 24% die optimale "OrgDNA" auf. Das ist kurz gefasst das Ergebnis einer Untersuchung der internationalen Management- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton.

Weltweit haben sich mehr als 25.000 Teilnehmer aus 23 verschiedenen Industrien, darunter 1.000 aus Deutschland, an der Online-Analyse beteiligt. Anhand von 19 Fragen durchleuchtet der OrgDNA Profiler die Grundausrichtung des Unternehmens und erlaubt so eine rasche Standortbestimmung. Potenzielle Schwächen lassen sich identifizieren und strukturelle Ursachen der Probleme erkennen - Basis für eine gezielte Optimierung der Leistungsfähigkeit von Unternehmen.


Insgesamt unterscheidet Booz Allen Hamilton sieben verschiedene Organisationstypen. Nur drei lassen sich als "gesund" einstufen, sind also durch Flexibilität, und Anpassungsfähigkeit anstelle einer statischen, passiven oder überverwalteten Organisation gekennzeichnet. Als Bausteine einer gesunden OrgDNA hat Booz Allen Hamilton die Struktur, den Informationsfluss, die Verteilung und Abgrenzung von Entscheidungskompetenzen sowie die Motivatoren für die Mitarbeiter identifiziert.

Unternehmen mit gesunder DNA sind profitabler

"In Deutschland gibt es prozentual mehr Unternehmen mit gesunder, wettbewerbsfähiger Organisation als im internationalen Durchschnitt, vor allem im Vergleich zu den USA und den ostasiatischen Staaten.", sagt Irmgard Heinz, Partnerin bei Booz Allen Hamilton in München. Ein Blick auf die Profitabilität der untersuchten Typen zeigt: Unternehmen mit gesunder DNA stehen deutlich besser da als andere. Im Branchenvergleich weisen in Deutschland vor allem die Pharmaindustrie, das Transportgewerbe und die Automobilindustrie schwächere OrgDNA-Strukturen auf. Typisch für Unternehmen dieser Branchen sind zu große, lähmende Verwaltungsapparate oder eine Trägheit, die auf eine längere Vergangenheit in regulierten oder monopolistischen Märkten zurückgeht. Hingegen weisen die Konsumgüter-, Professional Services- und IT-Industrie tendenziell professionellere und damit profitablere Organisationsstrukturen auf.

Kompetenzen klar verteilt

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland im Hinblick auf Informationsflüsse und Entscheidungsstrukturen deutlich besser ab. In mehr als zwei Drittel (68%) der befragten deutschen Unternehmen erreichen wichtige Informationen über das Wettbewerberfeld ihre Zentrale schnell (weltweit 57%). 53% meinen, dass Mitarbeiter über die richtigen Informationen verfügen, um den Einfluss ihrer täglichen Entscheidungen auf das Geschäft zu verstehen (weltweit nur 40%). Dass Informationen ungehindert über Abteilungs- und Fachgebietsgrenzen hinweg fließen, konnten jedoch nur 36% der Befragten (34% weltweit) bestätigen. Ein wichtiger Trumpf sind die klar voneinander abgegrenzten Entscheidungskompetenzen: So wissen 53% der Teilnehmer in Deutschland, für welche Entscheidungen sie zuständig sind (weltweit 46%).

Mitarbeiter-Motivation weiter ein Stiefkind / Top-Management schätzt Situation positiver ein

Brachland scheint das Thema Anreizsysteme. Hier setzen deutsche Firmen viel zu einseitig auf finanzielle Reize, anstatt ihre Mitarbeiter flexibler und variantenreicher zu motivieren. Für die Hälfte der Befragten gibt es demnach außer Bezahlung keine weiteren Anreize wie etwa Weiterbildungsangebote zur Verbesserung der Karriereaussichten oder die Möglichkeit, Arbeit selbständig zu organisieren. Ebenfalls nur in jedem zweiten Fall incentivieren deutsche Unternehmen Spitzenleistungen. Ganze 43% kannten aus ihrem Unternehmen keine Anreize bei Einhaltung von Leistungsvereinbarungen.

Insgesamt auffällig: Die Geschäftsleitung schätzt die Unternehmenssituation deutlich positiver ein als andere Hierarchieebenen. Das zeigt sich besonders eklatant bei der Frage, ob strategische und wichtige Entscheidungen schnell umgesetzt werden. Für 72% des Top-Managements trifft dies zu, während das mittlere Management die Frage nur in 41% der Fälle bejaht.

Mit rund 15.000 Mitarbeitern und Büros in mehr als 50 Ländern zählt Booz Allen Hamilton zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner 250 aktiven Partner. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich der Umsatz weltweit auf 2,7 Mrd. US$, im deutschsprachigen Raum auf 174 Mio. Euro.

Susanne Mathony | Booz Allen Hamilton
Weitere Informationen:
http://www.boozallen.de

Weitere Berichte zu: DNA Entscheidungskompetenz OrgDNA Top-Management

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten