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Neue Krebsrichtlinien der EORTC heben die Behandlung von Anämie hervor

08.11.2004


Patienten empfinden Erschöpfung belastender als Krebsschmerzen.(1)

Die neuen Richtlinien(2) der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) wollen durch Hinweise zum richtigen Einsatz von EPO (Erythropoietin), Ärzten helfen, die Anämie ihrer Krebspatienten wirkungsvoller zu behandeln. Eine solche Behandlung kann bei einer Vielzahl von Anzeichen und Symptomen der Anämie Erleichterung verschaffen, u.a. bei schwerer Erschöpfung, die das Leben von Krebspatienten zusätzlich belastet.

Diese neuen, durch Studien belegten und in der Oktoberausgabe des European Journal of Cancer’ veröffentlichten Richtlinien stellen fest, dass Anämie, eine anormale Verringerung der roten Blutkörperchen, eine häufige Komplikation bei Krebspatienten darstellt. Ca. 60 % aller Krebspatienten sind von dieser Komplikation betroffen und Forschungen haben gezeigt, dass, je nach Krebsart(3), bis zu 87 % der Patienten im Laufe ihrer Chemotherapie eine Anämie entwickeln. EPO stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen und verringert somit die mit Anämie einhergehende Erschöpfung und gibt den Patienten die notwendige Energie um ihr gewohntes Leben weiterzuführen.

Die wichtigsten Empfehlungen aus den neuen EORTC Richtlinien, die es Ärzten ermöglichen sollen, Anämie wirkungsvoller zu behandeln, sind u.a.:

- Beseitigung zusätzlicher Anämieursachen (wie z.B. Eisenmangel, Blutungen, Mangelernährung oder Hämolyse) vor Beginn der EPO Therapie.

- Die Verabreichung von EPO bei Krebspatienten mit Anämie verbessert die Lebensqualität und reduziert die Notwendigkeit von Bluttransfusionen, die letztlich nur zu einer vorrübergehenden Verbesserung der Symptome führen und eine Reihe von Risiken aufweisen. (2,4,5)

- Die Behandlung der Anämie mit EPO sollte früh, bei einem Hämoglobinspiegel von 9 - 11 g/dl einsetzen und sollte solange fortgesetzt werden, wie der Hb-Spiegel unter 12-13 g/dl liegt und der Patient eine Verbesserung der Symptome verspürt.

- Eine geringere Dosierung von EPO als dreimal in der Woche ist bei der Behandlung einer durch Chemotherapie induzierten Anämie oder als Vorbeugung einer Krebsanämie sinnvoll.

Dr. Matti Aapro, Genolier (Schweiz), führender europäischer Onkologe und Koautor der Richtlinien erklärte zu ihrer Notwendigkeit: "Wir müssen die Behandlung von Anämie bei Krebs sehr Ernst nehmen, weil sie einschneidende Auswirkungen auf fast das gesamte Organsystem des Körpers hat. Patienten leiden unter einer ganzen Reihe von Symptomen, u.a. unter einer sehr beeinträchtigende Erschöpfung, die sich störend auf grundlegende Aktivitäten wie Nahrungszubereitung, Sozial- und Sexualleben und die Konzentration auswirkt und somit eine tiefgreifende Verschlechterung der Lebensqualität mit sich bringt". Er fuhr fort: "Vielen Ärzten ist nicht bewusst, dass, weil wir heutzutage Schmerzen viel besser bekämpfen können, Erschöpfung das wichtigste Symptom ist, das Patienten von ihrem Arzt behandelt wissen wollen".

Redaktionelle Hinweise

- Anämie bei Krebspatienten hat unterschiedliche Ursachen und kann sowohl durch die Krebsbehandlung als auch durch den Krebs selbst hervorgerufen werden (Letzteres wird häufig als Anämie bei chronischer Krankheit bezeichnet).

- Die EORTC Richtlinien wurden von einem interdisziplinärem Team von Fachleuten aus den Gebieten Onkologie und Hämatologie erarbeitet, das eine systematische Durchsicht der zwischen 1996 und 2003 veröffentlichten Literatur vornahm. Das Team bestand aus: C. Bokemeyer, Deutschland, M.S. Aapro, Schweiz, A. Courdi, Frankreich, J. Foubert, Belgien, H. Link, Deutschland, A. Österborg, Schweden, L. Repetto, Italien und P. Soubeyran, Frankreich.

Dominic Elliston | Galliard Healthcare

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