Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jugendliche Opfer von Schikane vermeiden später Stress

01.11.2004


Eintrittszeitpunkt der Demütigungen entscheidend für Verhaltensmuster



Forscher von der Universität von Texas in Austin haben Demütigungen in der Kindheit und Gewalt im Erwachsenenalter untersucht und eine unerwartete Verbindung zwischen dem Eintrittszeitpunkt von Schikanen und deren Auswirkungen im späteren Leben entdeckt. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Bei einigen Opfern löst der Stress, der von Quälereien verursacht wird, Depressionen und Gewalt im Erwachsenenalter aus. Matthew Newman und seine Kollegen sind jedoch zu dem Schluss gekommen, dass gedemütigte Kinder meistens nicht aggressiv sind. Im Gegenteil, sie versuchen im späteren Leben derartigem Stress aus dem Weg zu gehen. Dieser Effekt ist äußerst markant, wenn die Schikanen erst spät in der Pubertät auftreten.

... mehr zu:
»Pubertät »Stress


Newman befragte 1.500 Collegestudenten zu ihren Reaktionen auf stressige Situationen. Eine Frage war, wie jemand damit umgehen würde, wenn eine fertiggestellte Arbeit aufgrund eines Festplattencrashs verloren ging und der jüngere Bruder über dieses Unglück noch lachte. Männer, die gegen Ende der Pubertät schikaniert worden waren, entschieden sich doppelt so häufig für die Option "in eine Bar gehen und die Angelegenheit vergessen". Dagegen votierten die Befragten, die während des gesamten Erwachsenwerdens geärgert worden waren, nicht häufiger für diese Option als jene, die nie gedemütigt worden waren.

Diese Reaktion entspricht einem allgemeinen Muster, laut dem frühere Opfer die Auseinandersetzung mit stressigen Situationen meiden. Eine andere Frage war, wie die Studenten darauf reagieren würden, wenn ihre Partybegleitung mit dem besten Freund nach Hause ging. Sowohl Männer als auch Frauen, die spät in der Pubertät gequält worden waren, entschieden sich signifikant häufiger dafür, die Party zu verlassen und im Geheimen Rache zu planen, anstatt sich der Situation zu stellen.

Newman räumt ein, dass diese Ergebnisse nicht eingängig erscheinen könnten, weil man annimmt, dass ältere Kinder besser mit Schikanen umgehen können. Frühere Studien an Tieren und Menschen haben gezeigt, dass ihre Reaktionen auf Schikanen mit fortschreitender Pubertät ausgeprägter werden. Daher glaubt Newman, dass Kinder, die schon in früherem Alter gedemütigt werden, besser darauf vorbereitet sind, mit derartigen Erfahrungen umzugehen und deshalb im Erwachsenenalter weniger unter den Konsequenzen leiden. Die Forscher aus Texas wollen nun weitere Experimente durchführen, um zu erheben, wie die Ergebnisse des Fragebogens mit biologischen Markern von Stress korrelieren, wie die Mengen des Hormons Cortisol, die mittels Speichelproben gemessen werden können. Weiters zeigte die aktuelle Studie, dass der Stress in Zusammenhang mit Demütigungen vermindert ist, wenn die Kinder ein starkes Netzwerk sozialer Unterstützung haben.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utexas.edu/
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Pubertät Stress

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie