Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auslagerung von Dienstleistungen ins Ausland immer beliebter

19.10.2004


Roland Berger: Resultate übertreffen oft Erwartungen



Immer mehr europäische Konzerne verlagern Servicefunktionen ins Ausland. Nachdem in der Vergangenheit vor allem Backoffice-Services (Buchhaltung/Rechnungswesen, IT-Dienste, Personalwesen) verlagert wurden, stehen nun Frontoffice- (Call-Center, schriftliche Beantwortung von Kundenanfragen) und branchenspezifische Services (Software-Entwicklung, Marktforschung) im Fokus. Die Zielländer liegen zu rund 50% innerhalb Europas, 37% der Unternehmen gehen nach Asien. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Service Offshoring im Trend" von Roland Berger Strategy Consultants und den Vereinten Nationen (UNCTAD), die heute Dienstag bei einem Businessfrühstück in Wien vorgestellt wurde. Derzeit übertreffen in der Regel die durch Offshoring erzielten Resultate die Erwartungen der Unternehmen.



"Europaweit planen mehr als die Hälfte der Top-500-Unternehmen die Auslagerung von Services, 40% haben das bereits getan. Mehr als 80% bewerten ihre Projekte in diesem Bereich als erfolgreich oder sehr erfolgreich", erklärte Dr. Fred Schneidereit, Mitglied des globalen Führungsteams des Competence Centers Financial Services bei Roland Berger. Der internationale Strategieberater befragte gemeinsam mit der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) 100 europäische Unternehmen aus verschiedenen Branchengruppen und Regionen.

Immer komplexere Dienstleistungen verlagert

Die meisten europäischen Unternehmen verlegen Backoffice-Aktivitäten in andere Staaten. In der D-A-CH-Region hingegen wurden bereits verhältnismäßig viele Frontoffice Services, also Arbeiten mit Kundenkontakt verlagert. "Nimmt man branchenspezifische Services dazu, lässt sich ein europaweiter Trend zur Verlagerung immer komplexerer Dienstleistungen erkennen", so Schneidereit. Auf Grund bisheriger Erfahrungen ist eine Branchendifferenzierung möglich: "Finanzdienstleister, IT- und Elektronikkonzerne sowie Öl/Gas-Unternehmen führen in der Regel größere Projekte mit der Verlagerung von durchschnittlich mehr als 1.000 Arbeitnehmern durch. In den übrigen Branchen wird nur von Einzelprojekten bis maximal 500 Arbeitsplätzen berichtet", meinte der Berater.

Kosten Hauptmotiv für Offshoring

Erwartete Kostensenkungen sind bislang der Hauptmotiv für die Auslagerung von Services, die Einsparungen betragen durchschnittlich 30%. Aber auch die Steigerung der Servicequalität ist von Bedeutung. "Durch die geschickte Wahl der Zeitzonen ist es beispielsweise möglich, ein Call-Center ohne besondere Zusatzkosten im 24-Stunden-Betrieb anzubieten", sagte Schneidereit.

Risiken geringer als angenommen

"Entgegen vieler Diskussionen scheint in der Praxis Service-Offshoring mit weit weniger Problemen behaftet zu sein, als allgemein angenommen. Trotzdem sind auch die Risiken nicht zu vernachlässigen", schätzte er die Lage ein. Der Rückgang der Servicequalität und mangelnde Kontrollmöglichkeiten wurden dabei von der Hälfte der Befragten genannt. Nur 30% der Unternehmen befürchten durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen ein negatives Bild in der Öffentlichkeit - obwohl das Thema in ganz Europa immer wieder zu erheblichen politischen Diskussionen führt.

Westeuropa und Indien on Top

Europäische Unternehmen verlagern ihre Dienstleistungen zumeist innerhalb Europas oder nach Asien. "51% der Befragten bleiben auf dem Kontinent, beliebteste Zielregion ist Westeuropa (Irland, Spanien, Portugal, ...) mit 29% gefolgt von Osteuropa mit 22%. In Asien ist Indien mit 29% am gefragtesten", erklärte Schneidereit. Mehr als 40% der Unternehmen berücksichtigen neben harten auch weiche Faktoren (politische Lage, Lobbying durch das Zielland) bei ihren Entscheidungen. Der zunehmende Wettbewerb ist für fast die Hälfte Hauptgrund für Aktivitäten in diesem Bereich.

Über Roland Berger Strategy Consultants

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 31 Büros in 22 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 1.630 Mitarbeiter haben im Jahr 2003 einen Honorarumsatz von über 530 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 160 Partnern.

Weitere Informationen:

Roland Berger Strategy Consultants
Dr. Manfred Reichl
Freyung 3/2/10, 1010 Wien
Tel. +43-1-536 02-101

Mag. Matthias Sturm | Roland Berger

Weitere Berichte zu: Auslagerung Offshoring Strategieberatung Verlagerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln Unterwasser-Observatorium

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie