Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Basel II: Banken kämpfen mit der Datenflut

14.10.2004


Datenverfügbarkeit und Datenverarbeitung sind spätestens seit Basel II die zentralen Herausforderungen für die Banken. Im Durchschnitt geben die Kreditinstitute dafür bis 2005 rund 12 Prozent ihres Gesamtbudgets aus. Dies ist ein Ergebnis der Studie "Managementkompass Unternehmenssteuerung" von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut. Um ab 2007 das Risiko bei der Kreditvergabe entsprechend den Basel-II-Standards bestimmen zu können, müssen die Banken ihre Datenverarbeitung umrüsten. Während einige Institute die Vorbereitungen hierfür schon abgeschlossen haben, herrscht bei anderen noch Datenchaos. Doch trotz zunächst hohen Kosten befürworten die meisten Bankmanager die neuen Vorschriften.


Mit Basel II müssen die Kreditinstitute die Bonität ihrer Firmenkunden nach speziellen Rating-Verfahren bewerten. Beurteilungskriterien für die Kreditwürdigkeit sind beispielsweise bei Unternehmenskunden die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage sowie das Produktprogramm und die Marktposition. Um das Kreditrisiko exakt zu berechnen, benötigen die Geldhäuser eine umfassende und sichere Informationsbasis, die die Kundendaten zentral bereitstellt. Die Zahlen müssen dazu bis zu fünf Jahre vorgehalten werden. Das Problem: Die notwendigen Informationen sind zwar in vielen Banken vorhanden, jedoch verstreut, häufig nicht miteinander kompatibel und teilweise noch in Papierform. Die Folge: Um die Datenbasis fit für Basel II zu machen, müssen viele Daten nacherfasst, angepasst und dann widerspruchsfrei mit anderen Zahlen zusammengeführt werden. Dieses leisten spezielle IT-Lösungen, die Schnittstellen zu bereits vorhandenen Systemen haben und damit sozusagen die Daten in ein einheitliches Format übersetzen und zentral speichern. Der Vorteil: Derartige IT-Systeme sind so flexibel, dass sie auch die zukünftigen Anforderungen an die Banken wie die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) und die International Accounting Standards (IAS) unterstützen.

Trotz des anfänglich hohen Aufwands sehen die meisten deutschen Geldhäuser in den Bestimmungen von Basel II langfristig Vorteile. 84 Prozent der Banken befürworten die risikoorientierten Eigenkapitalunterlegungen. Rund zwei Drittel stehen der erweiterten Offenlegungspflicht und der Überprüfung ihrer internen Rating- Verfahren durch die Bankenaufsicht positiv gegenüber. Das neue, fundiertere Risikomanagement hilft ihnen, den Anteil der Kreditausfälle zu verringern. Denn in den vergangenen Jahren hatten die Institute aufgrund vieler Insolvenzen im Kreditgeschäft besonders hohe Ausfälle.


Auf der EBIF, der europäischen Fachmesse für Bankwesen und Versicherungen, wird Dr. Christoph Rechtien von Mummert Consulting am 25. Oktober über "Optimiertes Datenmanagement nach Basel II und MaK" referieren.

Diese Presseinformation basiert auf der Studie "Managementkompass Unternehmenssteuerung" von Mummert Consulting und dem F.A.Z.- Institut. Die Studie stellt Methoden vor, mit denen Entscheider ihre Unternehmen effektiver und effizienter leiten können. Die Informationen zu Basel II stammen aus der Befragung von hundert Topmanagern der größten deutschen Kreditinstitute und Recherchen des Competence Centers Gesamtbanksteuerung unter der Leitung von Dieter Loewe, Partner und Senior Executive Manager bei Mummert Consulting.

Jörg Forthmann | Mummert Consulting AG
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

Weitere Berichte zu: Kreditgeschäft Kreditinstitut MAK Unternehmenssteuerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics