Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Europamarkt für Einweg-OP-Abdecktücher und -Kittel

14.10.2004


Mehr Sicherheit im OP: Einweg-Lösungen setzen sich langsam durch



Der Europamarkt für Einweg-OP-Abdecktücher und -Kittel profitiert von den hohen Standards in der Infektionskontrolle, die durch das neue EU-Medizinproduktegesetz (Medical Device Directive) und andere EU-Verordnungen vorgegeben werden. Zwar liegen die Penetrationsraten noch nicht so hoch wie in den USA, doch ist ein stetiger Aufwärtstrend zu beobachten. Entsprechend soll laut einer neuen Analyse der Unternehmensbratung Frost & Sullivan das Umsatzvolumen im Europamarkt, 2003 noch auf 419,0 Millionen US-Dollar beziffert, bis 2010 auf 608,1 Millionen US-Dollar anwachsen.



Dabei entwickelt sich der Markt im EU-Vergleich alles andere als homogen: "Die Akzeptanzrate von Einweg-Produkten variiert innerhalb der EU erheblich. Ausschlaggebend sind Faktoren wie unterschiedliche Schwerpunkte bei der Infektionskontrolle, Kosten- und Umweltbedenken sowie das Festhalten an traditionellen Produkten", erläutert Vaishnavi Ananthanarayanan, Branchenanalystin bei Frost & Sullivan. "Während die Nachfrage nach Abdecktüchern und Kitteln generell recht stabil bleibt, schwankt die Dynamik zwischen Einweg- und Mehrwegprodukten ständig, was die Marktentwicklung stark beeinflusst."

Infektionskontrolle setzt neue Standards

Mittlerweile hat die zunehmende Bedeutung der Infektionskontrolle vor allem in Zusammenhang mit HIV, Creutzfeldt-Jakobs und Hepatitis B zu einem verstärkten Interesse an Produkten mit höheren Barrierewerten geführt. Weil sie neben dem Schutz des Personals auch dem Schutz der Patienten dienen, gelten Abdecktücher und Kittel inzwischen als Medizinprodukte, die den MDD-Spezifikationen genügen müssen.

Diese Entwicklung hat vor allem der Vliesstoff-Technologie zu einem Boom verholfen. Vliesstoffe verfügen über eine exzellente Flüssigkeitsresistenz, eine hohe Dehnfestigkeit sowie hydrophile bzw. hydrophobe Eigenschaften und sind daher bestens für die Herstellung von OP-Abdecktüchern und -Kitteln geeignet. Gleichzeitig geht derzeit der Einsatz traditioneller Baumwoll- und Baumwoll-Polyester-Mischungen zurück, da diese Stoffe die neuen Standards nicht erfüllen.

Mehrwegprodukte bald verdrängt?

Folglich hat sich das Auswahlspektrum für die meisten Kunden von OP-Bedarf auf Einwegprodukte und High-tech-Mehrwegprodukte reduziert. Doch liegen mittlerweile Studien vor, die zeigen, dass Einweg-Abdecktücher und -Kittel ihrer Konkurrenz aus dem Mehrweg-Bereich - egal, ob traditionell oder high-tech - bei weitem überlegen sind, wenn es um die Resistenz gegen mikrobielle Penetration geht.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist der Preis. Mehrweg-Abdecktücher und -Kittel sind zwar in der Anschaffung teurer, können aber zwischen 50- und 100-mal verwendet werden. Gleichzeitig verursachen sie andere Gemein- und Logistikkosten, weil sie sterilisiert und gewaschen werden müssen. "Bedenkt man also die Gesamtkosten, sind die Einwegprodukte tendenziell eher günstiger", so Ananthanarayanan. Generell sei in stärker entwickelten Ländern ein Trend zu Einwegprodukten zu beobachten, wobei hier Argumente wie Sicherheit und Komfort im Vordergrund stehen.

Den Kunden von den Produktvorteilen überzeugen

Um von dieser Entwicklung zu profitieren, müssen sich die Akteure im Einwegmarkt jedoch der Herausforderung stellen, sämtliche potenzielle Kunden von den Vorteilen ihrer Produkte zu überzeugen. Mithilfe von Schulungen sollen Chirurgen, OP- und Infektionskontroll-Personal sowie Krankenhausverwaltung dabei unterstützt werden, traditionelle Vorurteile gegenüber Einweg-Produkten in Bezug auf Qualität, Komfort und Kosten abzubauen.

Die Konkurrenz sind Hersteller von OP-Komponentensystemen

Eine gewisse Bedrohung für die Branche geht laut Frost & Sullivan vom schnell wachsenden Markt für OP-Komponentensysteme (CPTs) aus. Um dem zu begegnen, empfiehlt Ananthanarayanan "die Pflege der Beziehungen zu Bestandskunden und möglicherweise auch die Kooperation mit CPT-Herstellern." Wichtige Vorteile könnten sich die Akteure auch durch strategisch sinnvolle Übernahmen und Zusammenschlüsse verschaffen.

"Ihren Schwerpunkt sollten die Hersteller und Verkäufer von Einweg-OP-Abecktüchern und -Kitteln auf langfristige Verträge mit großen Institutionen legen", so Ananthanarayanan weiter. "Kombiniert mit Spezialisierung und Kernkompetenz, kann diese Strategie zur Etablierung eines starken Markennamens beitragen und die Kunden daran hindern, wieder zu Mehrwegartikeln zurückzukehren."

Starkes Supply-Chain-Management unabdingbar

Letztendlich verlangt der stark fragmentierte Europamarkt für Einweg-OP-Abdecktücher und -Kittel auch nach einem starken Supply-Chain-Management zur regionalen Abdeckung. "Die niedrige Penetrationsrate zieht immer mehr ausländische Unternehmen an, weshalb sich die Anbieter vor Ort sputen müssen, ihr Know-how hinsichtlich regionaler Vorschriften, Sprache und Kaufkultur sowie ihren Standortvorteil effektiv zu nutzen und durch Expansion zu wachsen", schließt Frost & Sullivan.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine kostenfreie Zusammenfassung der Analyse zum Europamarkt für Einweg-OP-Abdecktücher und -Kittel in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick, Corporate Communications. (katja.feick@frost.com).

Titel der Analyse: Frost & Sullivan’s Analysis Of The European Disposable Surgical Drapes and Gowns Markets (Report B370), Preis der Analyse: Euro 5.494,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://healthcare.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten

CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen

24.05.2017 | Förderungen Preise

Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene

24.05.2017 | Förderungen Preise