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Schwangere ignorieren Medikamentenwarnungen

07.10.2004


Ärzte warnen vor Eigenmedikation



In Großbritannien nehmen acht von zehn Frauen während der Schwangerschaft trotz gegenteiligen Rates ein Medikament. Ärzte und Apotheker raten, dass in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft jegliche Medikamente vermieden werden sollten. Ein Team von der Universität von Bristol fand heraus, dass nur 17 Prozent der Mütter keine konventionelle Medizin während der Schwangerschaft nahmen. Dieses Ergebnis basiert auf einer Umfrage, an der 14.000 schwangere Frauen teilnahmen.



Forscherin Judith Headley sagte: "Glücklicherweise ist nur bei relativ wenigen Präparaten nachgewiesen, dass sie Missbildungen des Embryos verursachen." Es sei jedoch nur sehr wenig über subtilere Effekte auf die fötale Entwicklung bekannt. Die jüngste Studie ergab, dass 39 Prozent der Frauen im frühen Stadium der Schwangerschaft Schmerzmittel nahmen, hauptsächlich Paracetamol, aber auch Aspirin. Eine von vier benutzte Medikamente gegen Verdauungsstörungen. Laut Headley ist das nicht verwunderlich, da viele schwangere Frauen an Symptomen wie Magenverstimmungen, Übelkeit, Brechreiz und Hämorrhoiden leiden. Normalerweise wird die Verabreichung von Medikamenten mit dem Arzt besprochen, aber gerade bei kleineren Beschwerden wird die Medikation oft selbst bestimmt.

Mütter, die auf nicht-standardisierte pflanzliche Präparate umsteigen, warnt Headley, dass diese vielfach nicht ausreichend getestet sind. Grundsätzlich gilt die Weisung des British National Formulary, wonach Medikamente in der Schwangerschaft nur dann verschrieben werden sollen, wenn der Nutzen für die Mutter wichtiger scheint als die Risiken für den Fötus. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte vollständig auf Medikamente verzichtet werden.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bris.ac.uk

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