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Deutsche schließen weniger Versicherungen ab

05.10.2004


Weniger ist mehr, die Sternstunden der Rundumversicherung sind in Deutschland vorerst vorbei. Zumindest scheint es so, wenn man die Tendenzen bei den Versicherungsabschlüssen betrachtet. Wie eine repräsentative Untersuchung der Düsseldorfer Agentur Mediaedge:cia (MEC) belegt, hat sich in den vergangenen zwei Jahren einiges verändert.


Die Umfrage verdeutlicht, welche Einstellungen Verbraucher in punkto Versicherungen haben und wie sie die Unternehmen bewerten. Die gleichen Fragen wurden 2002 schon einmal erhoben. Insgesamt zeigt sich, dass Hausrat, private Haftpflichtversicherung, Pkw-Teilkasko und Rechtschutz immer noch die am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen sind, allerdings verzeichnen sie im Vergleich zu 2002 auch die deutlichsten Rückgänge. So haben 77 Prozent der Deutschen eine Hausratversicherung, vor zwei Jahren waren es noch 83 Prozent. Bei der privaten Haftpflicht ist ein Rückgang von zwei Prozentpunkten auf nunmehr 69 Prozent zu beobachten. Mit deutlichem Abstand folgt auf Platz drei die Pkw-Teilkasko mit 44 Prozent - das sind elf Prozentpunkte weniger als in 2002. Die vierte Position im Ranking nimmt die Rechtschutzversicherung mit 40 Prozent ein (2002: 47 Prozent).

Wer dennoch eine Versicherung abschließen will, achtet in erster Linie auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 80 Prozent der Verbraucher ist der günstige Preis das stichhaltigste Argument für eine Versicherung. Drei Viertel legen zudem großen Wert auf gute Leistungen. Dass es im Schadensfall keine Probleme bei der Abwicklung gibt, ist für zwei Drittel der Befragten der ausschlaggebende Faktor. An diesen Ergebnissen hat sich seit 2002 kaum etwas geändert. Bevor die Deutschen jedoch eine Versicherungspolice unterschreiben, informieren sie sich erst einmal. Dabei sind Freunde, Bekannte und Verwandte mit 73 Prozent weiterhin die wichtigste Informationsquelle.


Mit deutlichem Abstand folgen Zeitungen/Zeitschriften sowie Stiftung Warentest mit jeweils 35 Prozent. Den größten Zuwachs verbucht das Internet mit 18 Prozent - sieben Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren.

Bekanntheit, Sympathie und Service

Bekannteste Versicherung ist mit 93 Prozent die Allianz, gefolgt von der HUK Coburg mit 81 Prozent und der Hamburg Mannheimer (80 Prozent). Insgesamt sind die Bekanntheitswerte der meisten abgefragten Versicherungen seit 2002 gestiegen. Vor allem die Württembergische Versicherung, Cosmos Direkt und Provinzial legen mit jeweils plus elf Prozent kräftig zu. Im Gegensatz dazu verzeichnen fast alle abgefragten Versicherungen einen Rückgang bei den Sympathiewerten - durchschnittlich um elf Prozent. Einzige Ausnahme ist die Aachener & Münchener. Besonders deutlich wird die Diskrepanz zwischen Bekanntheit und Sympathie bei der Hamburg Mannheimer: 80 Prozent der Befragten kennen zwar die Versicherung des guten Herrn Kaiser, aber nur die Hälfte von ihnen findet sie auch sympathisch. Damit liegt die Hamburg Mannheimer im Sympathie-Ranking auf Platz sieben. Spitzenreiter sind hier allerdings die zwei bekanntesten Versicherungen - HUK Coburg mit 61 Prozent und Allianz mit 59 Prozent. Den dritten Platz belegt die R+V Versicherung.

Betrachtet man den Service, zeigt der Daumen weiter nach unten. Während in 2002 die Service-Werte in der Regel über den Sympathiewerten lagen, hat sich das Blatt in diesem Jahr gewendet. Bei allen Versicherungen wird die Sympathie deutlich höher bewertet als der "gute Service".

Zuwachs bei zusätzlicher privater Kranken- und Rentenversicherung

Eine leichten Aufwärtstrend gibt es dagegen im Bereich Gesundheit und Altersversorgung: 16 Prozent der Deutschen haben eine private Zusatzkrankenversicherung. In 2002 waren es nur elf Prozent. Und ein Zehntel der Befragten setzt auf eine zusätzliche private Rentenversicherung. Vor zwei Jahren waren es sieben Prozent. Trotz Praxisgebühr, Zusatzversicherung für Zahnersatz und sonstigen Widrigkeiten der Gesundheitsreform scheinen die meisten gesetzlich Versicherten mit ihrer Krankenkasse zufrieden zu sein: Gut drei Viertel der Befragten wollen auch in Zukunft bei ihrer Kasse bleiben. Dieser Wert ist in den letzten zwei Jahren nahezu stabil geblieben.

Der Sensor ist eine monatliche persönliche Repräsentativbefragung bei zirka 1.300 Personen im Alter ab 14 Jahren und wird im Auftrag von Mediaedge:cia von TNS Emnid, Bielefeld, durchgeführt.

Dr. Elmar Klemm | Mediaedge:cia
Weitere Informationen:
http://www.mecglobal.com

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