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Stress und Aggression verstärken einander auf biologischer Ebene

04.10.2004


Rückkoppelungsschleife schaukelt Emotionen hoch



Die Antwort darauf, warum der Kreislauf der Gewalt so schwer zu durchbrechen ist, dürfte im Nervensystem liegen. Es scheint eine rasche, wechselseitige positive Rückkoppelungsschleife zwischen Stresshormonen und dem gehirnbezogenen Zentrum zur Kontrolle von Aggressionen bei Ratten zu geben, deren Neurophysiologie der des Menschen ähnlich ist. Damit könnte erklärt sein, warum Menschen unter Stress so rasch ausrasten und sich so schwer wieder beruhigen. Die Ergebnisse der Studie von Wissenschaftern des Leiden/Amsterdam Center for Drug Research und des Institute of Experimental Medicine wurden in dem Fachmagazin Behavioral Neuroscience veröffentlicht. Es wird erwartet, dass diese Forschungsergebnisse Hinweise auf eine verbesserte Prävention von pathologischer Gewalt liefern.



In fünf Experimenten mit 53 männlichen Ratten wurde untersucht, ob die Stimulierung der Aggressionsmechanismen des Gehirns die Werte eines Stresshormons im Blut erhöhten. Zusätzlich wurde erforscht, ob höhere Werte dieses Hormons zu jener Art von Aggression führte, die durch diesen Mechanismus ausgelöst wird. Die Ergebnisse zeigten, eine rasch wirkende Rückkoppelungsschleife, die in beide Richtungen wirkte und zu einer wechselseitigen Steigerung führte. Stress und Aggression dürften sich daher natürlich gegenseitig verstärken. Die Forscher stimulierten den mit Aggressionen in Zusammenhang stehenden Bereich des Hypothalamus mit elektrischen Impulsen. Die Ratten setzten plötzlich das Stresshormon Corticosteron frei, ohne dass ein anderes Tier anwesend war. Normalerweise reagieren Ratten so nur auf die Anwesenheit eines Gegners oder eines anderen ernsten Stressfaktors.

Für die Untersuchung der angenommenen Rückkoppelungsschleife entfernten die Wissenschafter die Nebennieren der Ratten, um so die natürliche Freisetzung von Corticosteron zu verhindern. Anschließend erhielten die Tiere Injektionen mit Corticosteron. Innerhalb von Minuten nach der Verabreichung führte das Hormon zum entsprechenden Angriffsverhalten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine erhöhte Menge von Stresshormonen, die Schwelle zur Angriffsbereitsschaft ausreichend senken könnte, dass ein aggressives Verhalten ausgelöst wird. Sollten diese Erkenntnisse auch für den Menschen gelten, warum ein schlechter Tag am Arbeitsplatz später zu Gewalt gegen die Familie führen kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lacdr.nl
http://www.koki.hu
http://www.apa.org/journals/bne.html

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