Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Europamarkt für Wundverschlussprodukte

22.09.2004


Eher gedämpft sind die Wachstumserwartungen auf dem Europamarkt für Wundverschlussprodukte wie Nähfaden, Wundpflaster, Klammern und Hautkleber. Gemäß einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan soll der Jahresumsatz im Zeitraum 2003-2010 nur geringfügig von 495 Millionen US-Dollar auf 532 Millionen US-Dollar ansteigen. Verantwortlich dafür ist vor allem der in einigen Segmenten zu verzeichnende hohe Grad der Marktreife.


"Die Hersteller von Wundverschlussprodukten stehen vor der Herausforderung, dass die fortgeschrittene Marktreife mit einer Preiserosion einhergeht, die ihre Umsätze belastet", erklärt Tanya Pullen, Programme Manager bei Frost & Sullivan.

Enormer Preisdruck im Gesundheitswesen


Hinzu kommen die allgegenwärtigen Bemühungen um eine Kostensenkung im Gesundheitswesen und die damit verbundenen Budgetkürzungen. Als Reaktion darauf machen Arztpraxen oder Kliniken zunehmend vom Sammeleinkauf Gebrauch. Folglich erhöht sich der Druck auf die Hersteller, große Mengen verschiedener Wundverschlussprodukte zu niedrigen Preisen zu liefern. Hier liegt gegenwärtig die größte Gefahr für die Ertragskraft der Marktteilnehmer.

Die zunehmende Verbreitung minimalinvasiver Methoden in der Chirurgie auf der einen Seite und der Mangel an Innovation in vielen Produktsegmenten andererseits, bereiten den Anbietern zusätzliche Schwierigkeiten. Die Segmente absorbierbares Nahtmaterial und Hautkleber sind hiervon nicht betroffen.

Fusionen anstelle von innovativen Marketingstrategien

Um diesen genannten Problemen entgegenzuwirken, setzen die Hersteller von Wundverschlussprodukten zunächst auf die bewährte Strategie der Fusionen und Übernahmen. Dadurch verschaffen sie sich eine Atempause, bis neue geeignete Marketingstrategien entwickelt werden.

Obwohl der außerordentlich hohe Grad der Konsolidierung den Marktteilnehmern langfristig zugute kommen wird, verursacht er erst einmal erhebliche Brüche im Funktionsablauf der Unternehmen. Bis die Prozesse wieder ihre optimale Gestalt erreicht haben, dürfte es einige Zeit dauern.

Steigender Umsatz durch absorbierbare und synthetische Wundverschlussprodukte

Bei den Bemühungen um die Stabilisierung ihres Umsatzes bauen die Marktteilnehmer ebenfalls auf absorbierbares synthetisches Nahtmaterial und Hautkleber. Diese Segmente zeichnen sich gegenwärtig durch intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie rasche technologische Fortschritte aus.

"Absorbierbares und synthetisches Nahtmaterial bringt deutlich mehr Gewinn ein als die anderen Produktkategorien", erläutert Pullen. "Deshalb nutzen große Unternehmen ihre starken Kundenbindungen - ein typisches Merkmal für diesen Markt -, um solche hochprofitablen Produkte zu pushen, was nicht nur ihnen, sondern dem Markt insgesamt zugute kommt."

Plastische Chirugie bietet neue Anwendungsbereiche

Der Bedarf an neuem synthetischem Nähfaden dürfte sich erhöhen, da in den meisten Bereichen der Chirurgie (allgemeine Chirurgie, HNO, Augen) von nichtabsorbierbarem auf absorbierbares Nahtmaterial umgestiegen wird.

Dieses sowie neu entwickelte Hautkleber sollen auch bei kosmetischen und plastischen Operationen reichlich zum Einsatz kommen. Zu den dafür typischen Anwendungen zählen Augenlidoperationen, Fettabsaugung, Stirn-Lifting und verschiedene plastische Nasenoperationen.

Die Nachfrage nach kosmetischen und plastischen Operationen soll ebenfalls stetig zunehmen. Unternehmen, die hierfür maßgeschneiderte synthetische absorbierbare Nahtmaterialien und Hautkleber anbieten, dürfen ihre Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen durch hohe Gewinne belohnt sehen.

Preissenkungen sollen Verkauf ankurbeln

Während in den relativ starken Segmenten wie denen des synthetischen absorbierbaren Nahtmaterials und der Hautkleber eine Hochpreisstrategie gefahren wird, gewähren die Hersteller vor allem für Produkte in den sich eher rückläufig entwickelnden Märkten wie bei Nylon- und Seidenfaden Rabatte von bis zu 50 Prozent. Auf diese Weise wird die Nachfrage angekurbelt.

Geprüft werden auch andere strategische Wachstumsoptionen wie das Angebot von Komplettlösungen für den Wundverschluss, bei denen dann Produktbündelung und Preisnachlässe eine entscheidende Rolle für die Kundenbindung spielen dürften.

Als weitere Strategie würde es sich anbieten, in den Aufbau einer Marke zu investieren und danach die Preise der Produkte entsprechend ihrem Markenwert festzulegen.

"Intensive Konzentration auf die Forschung und die Entwicklung neuer Wundverschlussprodukte ist unerlässlich. Zudem muss das Anwendungsspektrum - wie etwa durch den Einsatz von absorbierbarem Nähfaden bei Thorax-Operationen - zusätzlich erweitert werden", unterstreicht Pullen und stellt abschließend fest: "Ein umfassendes Produktangebot, das durch eine hoch entwickelte Absatz- und Marketingorganisation in geeigneter Weise unterstützt wird (zum Beispiel durch Verkauf über direkte Tochtergesellschaften), und ein kundenspezifischer Service können den Marktteilnehmern helfen, ihre Gewinnmargen insgesamt zu stabilisieren."

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine kostenfreie Zusammenfassung der Analyse zum Europamarkt für Wundverschluss in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com).

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.MedicalDevices.frost.com
http://www.frost.com/prod/servlet/press-release.pag?docid=24756770
http://www.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie