Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Terrorismus - Globale Auswirkungen auf die psychische Gesundheit?

22.09.2004


Eine Forschergruppe um Prof. Wulf Rössler von der Universität Zürich hat in einer Studie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich untersucht, ob Auswirkungen des internationalen Terrorismus auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung nachweisbar sind. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience" (Nr. 254, S. 330ff) veröffentlicht.

... mehr zu:
»Anschlag »Global »Terrorakt »Terrorismus

Der 11. September 2001 hat die Welt entscheidend verändert: terroristische Anschläge sind zur ständigen Gefahr geworden, sind Schwerpunkt in den Medien und prägen die internationale Politik - wie dies jüngst das Geiseldrama von Beslan auf tragische Weise wieder zeigte. Die globalen Folgen des internationalen Terrorismus sind vielfach diskutiert worden. Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Auswirkungen wie in der Luftfahrt und im Fremdenverkehr stehen dabei im Mittelpunkt.

Wie aber wirken sich internationale Terrorakte auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung aus? Dass terroristische Anschläge weit über den Ort des Geschehens hinaus den Alltag der Menschen beeinträchtigen, ist unbestritten. Amerikanische Studien haben gezeigt, dass auch bei Unbeteiligten durch Terror ausgelöste Emotionen wie Trauer, Wut, Angst und Unsicherheit das Risiko verstärken können, eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Am Beispiel der Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 sowie des Amoklaufs im Zuger Kantonalparlament am 27. September 2001 untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, ob sich diese beiden Terrorakte auf den stationären psychiatrischen Behandlungsbedarf im Kanton Zürich, dem einzigen Kanton, der über ein psychiatrisches Fallregister verfügt, ausgewirkt haben. Obwohl die Studie zeigt, dass im Kanton Zürich keine Zunahme der stationären Aufnahmen zu verzeichnen war, heisst dies nicht, dass es keinerlei Auswirkungen auf die psychische Gesundheit gegeben hat. Offensichtlich bleiben die psychologischen Folgen von Terrorakten bei nicht Beteiligten in der Regel auf Stressbelastungen beschränkt, die nicht die Schwelle zur psychischen Erkrankung übersteigen. Schwere psychische Erkrankungen jedoch, die der Behandlung in einer psychiatrischen Klinik bedürfen, werden, dies zeigt die Studie deutlich, nicht von terroristischen Anschlägen sowie der Terrorberichterstattung in den Medien beeinträchtigt.

Katharina Furrer | idw
Weitere Informationen:
http://www.unizh.ch/

Weitere Berichte zu: Anschlag Global Terrorakt Terrorismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise