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Gen-Pollen verbreitet sich über enorme Distanzen

22.09.2004


Auswirkungen auf natürliche Verwandte möglich



Forscher haben die Verbreitung von Genen von genetisch veränderten Graspflanzen verfolgt, um zu messen, wie weit der Wind ihren Pollen trägt. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Magazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Die Forscher konnten nachweisen, dass die veränderten Gene auch in normalen Pflanzen in 21 Kilometern Entfernung auftraten, was die Bedenken gegenüber einer ungewollten Ausbreitung von Genen durch genetisch modifizierte (GM) Saaten verstärkt.

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Das Forscherteam arbeitete auf einem Testfeld mit Straußgras im US-Bundesstaat Oregon. Die Testpflanzen der Art Agrostis stolonifera L. waren genetisch so verändert, dass sie gegen das populäre Herbizid Glyphosate mit dem handelsüblichen Namen Roundup resistent waren. Diese Pflanzen werden weltweit für die Bepflanzung von Golfplätzen verwendet, kommen in den USA aber auch wild wachsend vor.

Um herauszufinden, wie weit sich der Pollen verbreitet, haben die Wissenschaftler über 100 Markierungspflanzen in verschiedenen Entfernungen zu dem Testfeld eingesetzt. Nach der Bestäubungssaison haben sie den Markierungspflanzen Samen entnommen, ebenso den natürlichen Verwandten der Gräser. Keimlinge, die eine Behandlung mit Roundup überlebten, wurden auf das Vorkommen von Proteinen und genetischen Signaturen der Modifizierung untersucht. Die veränderten Gene waren am weitesten unter Pflanzen verbreitet, die in wenigen Kilometern Entfernung von dem Testfeld gesammelt worden waren. Aber es konnten auch in Samen von Pflanzen in 21 Kilometern Entfernung genetische Veränderungen nachgewiesen werden. Laut Lidia Watrud von der Environmental Protection Agency, die die Leiterin der Studie war, könnten die Pollen noch weiter getragen werden, allerdings hat es in dieser Studie keine weiter entfernten Testpflanzen gegeben.

In den USA werden viele GM-Kulturpflanzen gezogen, einschließlich Nahrungsmittel. Bis jetzt war man davon ausgegangen, dass sich diese nicht mit wild lebenden Verwandten kreuzen. In Europa und anderen Ländern gibt es eine vehemente Opposition gegen genetisch verändertes Saatgut.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.epa.gov/

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