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Wirtschaftsstandort Deutschland durch Wiedervereinigung gestärkt

21.09.2004


Bei der Frage nach den Ost-Subventionen scheiden sich die Geister


Die Wiedervereinigung wird sich langfristig positiv auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auswirken. Dies denken 55 Prozent und damit die absolute Mehrheit der Unternehmer Deutschlands quer durch alle Branchen und über alle Bundesländer hinweg. Langfristig negativ für den Wirtschaftsstandort Deutschland bewerten die Wiedervereinigung dagegen nur 29 Prozent aller Unternehmenslenker. Dies ist das in seiner Deutlichkeit überraschenste Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Wirtschaftsstimmungsumfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini bei 1527 Unternehmern, Vorständen und Geschäftsführern.

Auch das Fazit über den Zusammenschluss von Ost- und Westdeutschland heute, 15 Jahre nach dem Fall der Mauer, ist mehrheitlich im Plus, denn 57 Prozent der deutschen Unternehmer ziehen darüber positiv Bilanz, nur 29 Prozent negativ.


"Die Mauern in den Köpfen zwischen Ost und West fallen - zumindest in der langfristigen Sichtweise", betonte Antonio Schnieder, CEO Central & Eastern Europe von Capgemini bei der Präsentation der Studie in Berlin. "Endlich werden nicht nur die Schattenseiten, sondern auch die wirtschaftlichen Vorteile der Wiedervereinigung wahrgenommen", ergänzt Dr. Helmut Haussmann, Senior Vice President bei Capgemini und Bundeswirtschaftsminister zur Zeit der Wende.

Bei der Frage der Wirtschaftsförderung Ost spaltet sich das Land

Geteilter Meinung sind die Unternehmer in den neuen und alten Bundesländern, wenn es um die derzeit heiß diskutierte Frage der Subventionen für die Ost-Wirtschaft geht. Die Unternehmer der ostdeutschen Bundesländer sind unisono der Meinung, dass noch viel Wirtschaftsförderung für den Osten notwendig ist und bilden gemeinsam die Spitze aller Bundesländer in dieser Frage. Ganz oben stehen hier Sachsen-Anhalt (79 Prozent) und Brandenburg (73 Prozent). Dann folgen Sachsen (73 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (71 Prozent) und Thüringen (60 Prozent). Einziges altes Bundesland, in dem mehr als 50 Prozent der Unternehmer der Meinung sind, dass noch viel Ost-Unterstützung fließen muss, ist Bremen mit 57 Prozent. Darauf folgt Berlin mit nur noch 45 Prozent Zustimmung. Im Bundesdurchschnitt sind 49 Prozent der Ansicht, dass noch viel Ost-Wirtschaftsförderung nötig ist, nur wenig Notwendigkeit dafür sehen 32 Prozent.

Einhellig schlechte Noten bekommt die Politik für ihre Rolle bei der Wiedervereinigung. Dreiviertel aller deutschen Unternehmer finden, dass die Politik diese Arbeit schlecht bewältigt hat, nur 9 Prozent sieht das Werk positiv.

Auftragslage der Unternehmen wird erneut im deutlichen Aufwind gesehen

Weiter positiv wird die Auftragslage der befragten Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten gesehen: Sie habe sich verbessert sagen 43 (Frühjahr 2004: 42) Prozent, verschlechtert hat sie sich für 25 (25) Prozent. Noch besser sieht es beim Blick in die Zukunft aus: 45 (46) Prozent der Manager sehen steigende Auftragszahlen für ihr Unternehmen im nächsten halben Jahr voraus, nur 18 (19) Prozent sehen das Auftragsvolumen sinken.

Bei der Frage nach der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands in den nächsten sechs Monaten ist erneut ein Aufwind zu verzeichnen, obwohl die Gesamtsicht noch immer leicht pessimistisch bleibt. 28 Prozent sehen hier eine Besserung im nächsten halben Jahr. In der Frühjahrsumfrage waren dies nur 26 Prozent. Immer noch 32 Prozent (Frühjahr 2004: 33 Prozent) sehen Deutschland im nächsten halben Jahr ins Minus rutschen.

Die Bereitschaft neues Personal einzustellen bleibt sehr gering

Die Bereitschaft neues Personal einzustellen ist fast gleichbleibend zur Frühjahrsumfrage sehr gering geblieben. 38 (39) Prozent sehen Personalabbau in ihrem Unternehmen voraus, und nur 16 (16) Prozent Neueinstellungen.

Dazu passt, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt jetzt noch wesentlich schlechter beurteilt wird als noch vor einem halben Jahr. 64 (51) Prozent meinen, dass die Arbeitslosenzahl steigen wird, nur 7 (14) Prozent glauben, dass sie bald sinkt.

Als Motor der deutschen Wirtschaft wird mehr denn je der Export angesehen. 58 (35) Prozent prognostizieren einen stärkeren Export im kommenden halben Jahr, nur noch 8 (21) Prozent sehen den Verkauf über die Landesgrenze zurückgehen.

Während sich die Standortfaktoren im vergangenen halben Jahr nach Ansicht von 34 (37) Prozent der Unternehmer verschlechtert haben, diagnostizieren 17 (15) Prozent eine Verbesserung. Deutlich verschlechtert hat sich die Wirtschaftsstimmung im Vergleich zur Frühjahrsumfrage in Bezug auf die zu erwartende Steuerlast der Unternehmen. Eine schwerere Steuerlast sehen danach im kommenden halben Jahr 70 (32) Prozent der Unternehmer, nur noch 11 (14) Prozent erwarten hier Erleichterung.

Die vollständigen und detaillierten Umfrageergebnisse "Wirtschaftsstimmung - Eine Umfrage unter deutschen Führungskräften", aufgeschlüsselt nach Bundesländern und Branchen, sind im Internet abrufbar.

Thomas Becker | Capgemini
Weitere Informationen:
http://www.wirtschaftsstimmung.de

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