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Deutsche Kliniken wollen durch IT-Investitionen Kosten senken

21.09.2004


Deutsche Krankenhäuser rüsten auf. Zwei von fünf Klinikmanagern wollen im nächsten Jahr stark in ihre IT investieren. Fast die Hälfte der Entscheider plant zudem, einen großen Teil der Budgets für das Finanzcontrolling zu verwenden. Demgegenüber gerät die medizinische Versorgung ins Hintertreffen. Lediglich jeder dritte Manager will die Ausgaben für die ambulante Behandlung bis 2006 aufstocken – bei der stationären Versorgung ist es sogar nur jeder zehnte. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Krankenhaus Trend“, die im Auftrag von Mummert Consulting in Kooperation mit der Fachzeitschrift „KlinikManagement Aktuell“ und mit Unterstützung des Spezialisten für Umfrage- und Beschwerdemanagementsoftware Inworks durchgeführt wurde.



Der Kostendruck auf die Kliniken nimmt zu: In den nächsten zehn Jahren werden mehr als 15 Prozent der Hospitäler ihre Pforten schließen müssen. Effizientes Finanzcontrolling sowie der EDV-gestützte Einkauf stehen ganz oben auf der Prioritätenliste der Entscheider. Es geht darum, die Ertragslage zu verbessern, und die Manager sind optimistisch: Fast die Hälfte der Entscheider ist davon überzeugt, dass sich auch klinische Behandlungsprozesse standardisieren und somit Kosten sparen lassen.



Vor allem die Manager der öffentlichen Krankenhäuser geraten zunehmend unter Druck, wirtschaftlicher zu arbeiten. Doch neben den erforderlichen Einsparungen wird auch die Notwendigkeit von Investitionen gesehen: Neun von zehn Großkliniken und drei Viertel der kleineren Regelversorger planen, ihre IT-Strukturen auszubauen. Die Verantwortlichen setzen dabei vor allem auf die elektronische Patientenakte (EPA) sowie E-Procurement. Mit Letzterem wollen die Manager den Einkauf auf Vordermann bringen: Die Technik ermöglicht es, die Beschaffungsprozesse zu optimieren und Produkte gemeinsam mit anderen Kliniken einzukaufen – auf diese Weise lassen sich hohe Mengenrabatte aushandeln.

Dagegen fallen die Investitionen in die medizinische Versorgung wesentlich bescheidener aus. Im Zuge der erforderlichen Sparmaßnahmen planen nur 8,3 Prozent der Führungskräfte höhere Ausgaben für neue Labor- und Medizintechnik. Lediglich jeder dritte Manager will mehr Geld für die ambulante Behandlung ausgeben, die stationäre ist sogar nur jedem zehnten höhere Ausgaben wert. Und auch die Forschung scheinen die Klinikmanager vorerst zurückzustellen: Bis 2006 wollen nur 3,4 Prozent verstärkt in Forschung und Lehre investieren. Wann die Krankenhäuser wieder mehr Geld in die Patientenversorgung investieren, ist unklar.

Die aktuelle „Krankenhaus Trend“-Studie beruht auf den Ergebnissen einer Online-Befragung, die von Mummert Consulting in Kooperation mit der Fachzeitschrift „KlinikManagement Aktuell“ und mit Unterstützung der Inworks GmbH von April bis Juni 2004 durchgeführt wurde. Befragt wurden insgesamt 279 Fach- und Führungskräfte von Krankenhäusern der Maximal- und Regelversorgung sowie Top-Entscheider von Klinikverbünden, Universitätskliniken und Rehabilitationskliniken.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

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