Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Europamarkt für patientennahe Tests"

16.09.2004


Patientennahe Tests: Mehr Differenzierung durch technische Fortschritte



Der hohe Wettbewerbsdruck im Europamarkt für patientennahe Tests (Point of Care Testing, POCT) hat zu erheblichen technischen Fortschritten und damit zu einer besseren Produktdifferenzierung geführt. Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan geht davon aus, dass der im vergangenen Jahr auf 635 Millionen US-Dollar bezifferte Markt noch weiter wächst. Dabei spielt vor allem die Tatsache eine Rolle, dass die Hersteller zunehmend auf die Anwender eingehen, die von den Produkten besser zugängliche, schnellere und exaktere Ergebnisse fordern.



Innovative POCT-Technologien bieten Vorteile wie Konnektivität, Miniaturisierung, nicht-invasive Testmethoden und eine Erweiterung der Testmenüs. Während viele der momentan erhältlichen POC-Tests bereits drahtlose Konnektivität bieten, die sich für Klinik- und Labor-Informationssysteme eignet, werden die Tests der nächsten Generation zudem computergesteuerte Abrechnungsfunktionen enthalten.

Verringertes Infektionsrisiko

Neuartige kompakte Benchtop-POCT-Systeme dürften geringere Probenvolumen erfordern. Andere Systeme wiederum werden nicht- oder minimal-invasive Verfahren ermöglichen, wie die vor kurzem von der FDA zugelassenen Speichel-Schnelltests bereits unter Beweis gestellt haben. Dadurch verringert sich gleichzeitig das Risiko für Ärzte und Pflegepersonal, sich mit durch Blutproben übertragenen Erregern zu infizieren.

Derzeit setzt Bedienung noch enorme Sachkenntnis voraus

"Momentan sind die Systeme noch komplex und erfordern von den Nutzern eine hohe Sachkenntnis. Das wird sich künftig ändern, so dass die Geräte auch von ungeschulten Anwendern bedient werden können", erläutert Alex Wong, Manager von Frost & Sullivans Drug Discovery and Clinical Diagnostics Programme. "Die künftigen Systeme werden sich durch robuste Analysetechnologien und interne Kalibrierungs- und Qualitätskontrollfunktionen auszeichnen."

Produktverbesserungen in vielen Bereichen

Neue Marker, klare Betriebsanleitungen, umfassende interaktive Schulungsprogramme und ausdrückliche Zugangsberechtigungen für alle Nutzer dürften die Attraktivität von POC-Tests weiter erhöhen. "Auf besonderes Interesse wird die POCT-Technologie voraussichtlich in der Überwachung von Herzerkrankungen stoßen, die in Westeuropa immer häufiger werden," meint Wong. "Dazu muss der klinische Nutzen der neuen Marker allerdings zweifelsfrei erwiesen sein."

Auch der Sektor für Point-of-Care-Gerinnungstests dürfte von neu entwickelten Instrumenten profitieren. Hier besteht der Fortschritt in der Integration von Gerinnungs-, Blutgas-, Elektrolyt- und Immunoassaywerten in einer Plattform. Zusätzlichen Aufschwung wird der Sektor durch die Einführung direkter Thrombininhibitoren und niedermolekularer Heparine erfahren. Folglich rechnet Frost & Sullivan mit einer zweistelligen Wachstumsrate; momentan liegt der Umsatz bei 131,0 Millionen US-Dollar.

Zuwachs bei Diabetes- und Fertilitätstests

Ebenfalls zweistellig zulegen dürfte der Produktmarkt für POC-Tests bei Diabetes. In diesem Bereich ist das Konzept patientennaher Tests und Selbsttests bereits in ganz Europa gut etabliert. Vor allem die häufig unregelmäßigen HbA1c-Messungen veranlassen immer mehr Nutzer zum Wechsel zu POC-Testmethoden, da der Blutzucker laut offizieller Empfehlung ständig kontrolliert werden sollte.

Kräftig wachsen wird laut Frost & Sullivan auch der Fertilitätssektor, da Ovulations- und Schwangerschafts-Selbsttests immer populärer werden. Obwohl vergleichsweise günstige Angebote aus Indien und China die Gewinnmargen europäischer Anbieter schmälern, lassen sich durch komfortablere Produkte die Verluste zumindest teilweise wieder wettmachen. So bieten die europäischen Hersteller inzwischen gut vermarktbare Zusatzmerkmale wie Ergebnisfenster mit Spritzschutz, Kappen für die Dochtenden und kontraststärkere Digital-Displays, bei denen das Testresultat in Worten angezeigt wird.

Noch keine vielversprechenden Fortschritte in der Hämatologie

Im Hämatologie-Segment hingegen sind momentan keine bahnbrechenden technischen Entwicklungen zu verzeichnen, doch sollen die kostenintensiveren Assays zu Blutstatus mit Differentialblutbild, die Stand-alone-Tests ersetzen, für höhere Umsätze sorgen. "In Bezug auf Umsatz, Produktlebenszyklus und Wachstumspotenzial sind die Sektoren für Gerinnungs-, Diabetes- und kardiologische Überwachung derzeit die lukrativsten Segmente im POCT-Markt", bemerkt Wong. "Am schnellsten haben sich die Tests in Deutschland, Italien und Großbritannien durchgesetzt."

Nutzer über die Vorteile von POCT-Systemen informieren

Mehr Bewusstsein für ihr Produkte können die Anbieter wecken, indem sie sowohl Endnutzer als auch Ärzte und Pflegepersonal umfassend über die Vorteile des Einsatzes von POCT-Systemen bei bestimmten Erkrankungen und Indikationen informieren. Angesichts der derzeitigen Einsparungsmaßnahmen im Gesundheitswesen wäre es zudem sinnvoll, nachdrücklicher auf die Kosten-Nutzen-Relation von POC-Tests hinzuweisen, so rät Frost & Sullivan.

"Abgesehen vom Angebot zusätzlicher Serviceleistungen wie Instrumentenwartung, Datenmanagement oder Konnektivitätssupport und der Integration mehrerer Testmöglichkeiten in einem einzigen POCT-System können die Hersteller vor allem dadurch mehr Kunden gewinnen, dass sie Nischenmärkte entwickeln, bei denen die Durchdringung normalerweise leichter ist", so Wong abschließend.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine kostenfreie Einführung in die Analyse zum Markt für patientennahe Tests in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen mit Angabe von Adresse, Telefon- und Fax-Nummer können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com), Corporate Communications.

Titel der Analyse: Point of Care Testing - Growth Opportunities in Europe (Report B320), Preis der Analyse: Euro 3.967,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://healthcare.frost.com

Weitere Berichte zu: Konnektivität POC-Test POCT-System

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise