Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Europamarkt für Klinikinformationssysteme (KIS)

07.09.2004


Bei Klinikinformationssystemen sind bewährte integrierte Lösungen gefragt



Eine viel versprechende Zukunft bescheinigt die Unternehmensberatung Frost & Sullivan dem Europamarkt für Klinikinformationssysteme (KIS). Nach einer neuen Analyse soll sich das Umsatzvolumen des Gesamtmarktes, der IT-Systeme für den medizinischen und den Verwaltungsbereich von Krankenhäusern umfasst, trotz großer Herausforderungen von 3,131 Milliarden US-Dollar im Jahr 2003 auf 6,343 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 mehr als verdoppeln. Den Hauptanteil an dieser erfreulichen Entwicklung soll die Implementierung von IT-Systemen für klinische Aufgaben in größeren europäischen Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Frankreich haben.



Das klinische Segment, dessen Umsatzvolumen die Analyse für das Jahr 2003 mit 1,892 Milliarden US-Dollar beziffert, soll bis 2010 um jährlich 12,3 Prozent wachsen. Dass gerade dieser Bereich den Anbietern die größten Wachstumschancen bietet, ist auf zunehmende Bestrebungen im Gesundheitswesen zurückzuführen, mithilfe von Systemen zur Unterstützung medizinischer Entscheidungen die Qualität zu erhöhen, klinische Abläufe zu verbessern und dringend erforderliche Kosteneinsparungen zu erreichen.

Optimierung durch Automatisierung im klinischen Bereich

Zu den klinischen Systemen, die auf besonders großes Interesse stoßen, gehören Bild-Archivierungs- und -Kommunikationssysteme (PACS-Systeme - picture archiving and communication systems), Röntgeninformationssysteme (RIS - radiology information systems), elektronische Patientenakten (EMR - electronic medical records) und computergestützte ärztliche Leistungsanforderungssysteme (CPOE-Systeme - computerised physician order entry systems).

"Im Rahmen der allgemeinen Entwicklung hin zu einem integrierten Gesundheitswesen werden klinische Systeme wie etwa elektronische Patientenakten eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Kontinuität der Betreuung spielen", erwartet Siddarth Saha, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan. "Darüber hinaus ist im Gesundheitswesen ein zunehmender Trend zu beobachten, die Umsatzzyklen durch Automatisierung im klinischen Bereich zu optimieren, anstatt sich nur auf finanzielle Module zu verlassen. Diese Faktoren wirken sich positiv auf das Wachstum des Marktes für klinische IT-Systeme aus."

Mehr Sicherheit für Patienten und Daten

Die wachsende Einsicht, dass Behandlungsfehler und ineffiziente Abläufe in der Gesundheitsversorgung Kosten verursachen, soll ebenfalls zum Marktwachstum beitragen. So wird heute stärker auf die Sicherheit der Patienten und die Datensicherheit geachtet. Deshalb werden IT-Systeme nachgefragt, die über spezifische Fähigkeiten verfügen, mit deren Hilfe solche Fehler und ineffizienten Abläufe vermieden werden können.

Außerdem dürften Initiativen im größeren Rahmen wie das National Programme for Information Technology (NPfIT) des National Health Service (NHS) in Großbritannien und die von der EU-Kommission propagierte e-Health-Initiative viel zur Steigerung der Wachstumsraten auf dem KIS-Markt beitragen.

Politische Rückendeckung soll helfen, IT mehr Priorität zu verleihen

Die Schritte, die vom NHS zur Einführung eines elektronischen Bestell- und Verschreibungsservices sowie integrierter Patientenakten unternommen werden, belegen die Entschlossenheit der britischen Behörden zur Einführung integrierter Systeme für klinische und Verwaltungsaufgaben in den medizinischen Einrichtungen. Dieser Rückenwind aus der Politik kann für die KIS-Anbieter nur gut sein, gehören doch mehr als 75 Prozent der Anbieter medizinischer Leistungen zum öffentlichen Sektor.

Dessen meist knappe Finanzen stehen einem noch breiteren Einsatz von KIS entgegen. Und in den Budgets der europäischen Gesundheitssysteme genoss die IT bisher eine geringere Priorität als die Anschaffung von diagnostischem Gerät und allgemeine Verbesserungen der Infrastruktur. Außerdem haben die Anbieter im Geschäft mit öffentlichen Krankenhäusern oft mit Zeit raubenden bürokratischen Prozeduren zu kämpfen, die einer verstärkten Einführung von KIS ebenfalls im Wege stehen können.

Folglich stehen die Akteure im KIS-Markt vor der wichtigen Aufgabe, die Gesundheitsbehörden von der dringenden Notwendigkeit zu überzeugen, mit den neuesten technologischen Entwicklungen mitzuhalten.

Etablierte Unternehmen im Vorteil gegenüber Neulingen im Markt

Auf dem stark fragmentierten Europamarkt für Klinikinformationssysteme sind die etablierten Anbieter in der Regel deutlich im Vorteil gegenüber neuen Wettbewerbern. Denn meist verfügen sie über enge Verbindungen zu den medizinischen Einrichtungen, die ihre bisherigen Systeme weiter nutzen wollen und oft nicht über die Mittel für einen Umstieg auf modernere Systeme verfügen.

Für Branchenneulinge ist es deshalb extrem schwierig, die Einstiegshürden zu überwinden und an potenzielle Kunden heranzukommen. Einige finanzkräftige Wettbewerber haben zwar versucht, dieses Problem durch Übernahmen zu lösen, für viele andere wirkt sich die Bevorzugung alter Lieferbeziehungen jedoch negativ aus. Hier zeigt sich möglicherweise eine der wichtigsten Herausforderungen, vor denen KIS-Anbieter in Europa heute stehen.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, werden die Anbieter überzeugende Argumente in Form von Erfolgsstorys liefern müssen. Zugleich müssen sie wettbewerbsfähige Preise anbieten und potenzielle Kunden von der Notwendigkeit einer verbesserten Funktionalität ihrer Systeme überzeugen.

Garantie auf langfristige Nutzungsmöglichkeit entscheidend

Selbst wenn sich die Kunden teure Modernisierungen leisten können, dürfte das Bestreben, neue Module in vorhandene Systeme zu integrieren, solchen Anbietern entgegen kommen, die integrierte IT-Lösungen mit einer erfolgreichen Vorgeschichte anbieten können. Wurden in letzter Zeit Anbieter bei der Auftragsvergabe nicht berücksichtigt, so zeigte sich dabei immer wieder, wie wichtig den Kunden die Garantie längerer Produktlebenszyklen ist.

"Erstkunden sind angesichts der hohen Kosten von KIS besonders an Systemen interessiert, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen und über moderne Fähigkeiten und Funktionen verfügen, die ihre Anforderungen über viele Jahre hinweg erfüllen können", bemerkt Saha abschließend. "Das dürfte vor allem für kleinere Anbieter eine wichtige Herausforderung sein, die oft mit einem bunten Paket von Subsystemen auf den Markt kommen."

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine erste kostenfreie Einführung in die Analyse zum Europamarkt für Klinikinformationssysteme in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen mit Angabe von Adresse, Telefon- und Fax-Nummer können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com).

Titel der Analyse: The European Hospital Information Systems Market (Report B378), Preis der Analyse: Euro 5.405,--

Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan beobachtet ständig eine Reihe wichtiger Hightech-Branchen und befragt diese auf neue Markttrends, Kennzahlen und Unternehmensstrategien.

Frost & Sullivan wurde 1961 in New York gegründet und ist heute als internationale Unternehmensberatung auf den Geschäftsfeldern Marktforschung und Marketingberatung aktiv.

Mit rund 750 Mitarbeitern liefert Frost & Sullivan seinen Kunden in allen Hochtechnologiebranchen wichtige Daten für strategische Entscheidungen. Seminare, Konferenzen und Managementtrainings ergänzen das Angebot.

Frost & Sullivan verfügt über europäische Büros in London, Paris und Frankfurt sowie über eigene Forschungszentren in Kalifornien, London und Singapur.

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://healthcare.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen