Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursache für Legasthenie ist kulturbedingt

02.09.2004


Unterschiedliche Gehirnregionen bei verschiedenen Völkern betroffen



Wissenschaftler vermuten basierend auf einer neuen Studie, dass die Ursachen für Legasthenie von Kultur zu Kultur variieren. Die aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass chinesische Kinder vergleichbare Schwierigkeiten beim Lesen haben, diese werden aber auf andere Gehirnregionen zurückgeführt als bei westlichen Kindern. Wissenschaftler haben schon seit längerem die Theorie in Zweifel gezogen, dass es eine einzige Ursache für Legasthenie gibt. Die neuen Erkenntnisse wurden in dem Journal Nature publiziert.



Viele Forscher glauben, dass die Ursache für Dyslexie, wie Legasthenie auch genannt wird, in der so genannten temporoparietalen Region des Gehirns liegt. Aber die meisten dieser Studien haben buchstabenbasierte, alphabetische Sprachen wie Englisch untersucht. Die neue Untersuchung hat sich auf chinesische Kinder konzentriert, weil ihre Sprache nicht auf Buchstaben basiert, sondern auf Symbolen. Die Forscher verwendeten funktionelle Magnetresonanzbildgebung (fMRI) um die Gehirnaktivität von acht durch Legasthenie beeinträchtigten und acht normalen Kindern zu beobachten, die verschiedene Sprachtests ausführten. Diese Studie ergab, dass das Problem in einer anderen Region des Gehirns liegt, dem linken mittleren Frontal Gyrus (LMFG).

Die Forscher schließen daraus, dass diese Region betroffen ist, weil Chinesischlesen andere mentale Prozesse auslöst als das Lesen einer alphabetischen Sprache. Bei einer alphabetischen Sprache erfolgt das Lesen sequenziell - die Buchstaben werden erkannt und dann in verschiedene Laute aufgelöst, denen eine bestimmte Bedeutung zugeführt wird. Bei Chinesisch gehen die Prozesse parallel voran, wobei das Gehirn die Bedeutung eines Piktogramms auflösen muss und gleichzeitig den Laut erörtert. Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass die Ursachen für Legasthenie abhängig von Kultur und Sprache unterschiedlich sind, weshalb sie auch den Einsatz verschiedener Behandlungsmethoden befürworten.

Außerdem scheinen auch die von Kultur zu Kultur unterschiedlichen Unterrichtsmethoden eine Rolle zu spielen. Beispielsweise werden chinesische Kinder häufig dazu angehalten Daten auswendig zu lernen. Ian Smythe, ein internationaler Legasthenie-Experte, sagte: "Die Manifestation der Dyslexie in jedem Individuum hängt nicht nur von individuellen kognitiven Unterschieden ab, sondern auch von der Sprache und der Kultur des Individuums."

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Dyslexie Gehirnregion Individuum Legasthenie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie