Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoher Innovationsbedarf im Weltmarkt für Oligonukleotide

02.09.2004


Der Weltmarkt für Oligonukleotide steht am Beginn einer Phase nachhaltigen Wachstums und bietet risikobereiten Investoren vielfältige Chancen. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan dürfte sein Umsatzvolumen von 340,0 Millionen US-Dollar im Jahr 2003 auf 776,0 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 anwachsen.



Der Innovationsbedarf in diesem Bereich ist extrem hoch, weshalb sowohl in Instituten als auch in der Pharma- bzw. Biotechnologieindustrie intensiv nach potenziellen Anwendungen geforscht wird. Während sich die Anwendungen bisher auf Grundlagenforschung, Screening von Wirkstoffzielen und Entwicklung von Therapeutika beschränken, sollen in Zukunft noch anspruchsvollere Bereiche aus Landwirtschaft, Gentherapie und Krankheitsprävention hinzukommen.



Mehr Angebot möglich durch veränderte Patentsituation

Angesichts der Zunahme onkologischer und infektiöser Indikationen wächst bei Pharma- und Biotechnologieunternehmen das Interesse an einer oligonukleotidbasierten Therapeutik, und sie versuchen, deren Anwendung durch verstärkte Information zu fördern. Auch Veränderungen in der Patent- und Lizenzsituation dürften eine wesentliche Rolle bei der Expansion des Marktes spielen, indem sie mehr Unternehmen das Angebot von Oligonukleotidtechnologien ermöglichen.

RNAi – bald ein unverzichtbares Werkzeug?

„Die Branche setzt auf die von RNA-Interferenz (RNAi), Antisense-Verbindungen der zweiten Generation und CpG-Technologien zu erwartenden Vorteile“, erläutert Dr. Raju Adhikari, Industry Analyst bei Frost & Sullivan. „Eine Reihe von Antisense-Verbindungen und Aptameren sind schon zugelassen, und an die 20 Antisense-Verbindungen haben Akzeptanz in Kliniken gefunden.“

Der Durchbruch der RNAi-Technologie verspricht auch den Therapeutika-Markt positiv zu beeinflussen. Dank ihrer Fähigkeit, die Expression von Zielgenen in verschiedenen Organismen und Zellen zu unterdrücken, soll die RNAi-Technologie zu einem unverzichtbaren Werkzeug bei Studien zur Validierung von Wirkstoffzielen werden.

Entwicklung effektiver Delivery-Technologien ist unverzichtbar

Die Tatsache, dass einige wichtige Antisense-Verbindungen nicht die gewünschten Oligonukleotide innerhalb von Zellen, Geweben und Organen liefern, stellt jedoch ein ernsthaftes Hemmnis für die Marktentwicklung dar. Deshalb genießt die Entwicklung effektiver Delivery-Technologien hohe Priorität, und viele Biotechnologieunternehmen arbeiten dazu mit Forschungseinrichtungen zusammen. Einige von ihnen haben sogar massiv in den Aufbau eigener Forschungsabteilungen investiert. Bioverfügbarkeit und Delivery sollen auch durch die Einführung von Oligonukleotiden mit einer erhöhten Halbwertzeit maximiert werden.

„Substanzielles Wachstum dürften Unternehmen verzeichnen, die in der Lage sind, Produkte zu entwickeln, die mit den Anforderungen und Präferenzen der Kunden Schritt halten“, führt Adhikari aus. „Der Wettbewerb im Markt nimmt ständig zu, und mehr und mehr Unternehmen setzen auf den Nischenmarkt der Oligonukleotide.“

Erfolg durch effektives Kosten-Nutzen-Verhältnis

Der aggressive Wettbewerb und die daraus resultierende Preisempfindlichkeit bringen es mit sich, dass nur die Marktteilnehmer erfolgreich sein können, die ihren Kunden das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten. Außerdem investieren die Marktteilnehmer natürlich nur in Technologien, die ihnen Gewinne versprechen. Das erhöht die Attraktivität von skalierbaren und High-Throughput-Technologien, weil sich mit ihrer Hilfe die Herstellungskosten reduzieren lassen.

Produktion in Niedriglohnregionen

Geprüft werden auch Möglichkeiten, die Produktion in Niedriglohnregionen wie Indien, China und Osteuropa zu verlagern. Außerdem sind die Unternehmen bemüht, langfristige Liefervereinbarungen mit ihren Kunden abzuschließen und Oligonukleotide je nach Kundenpräferenzen und Nachfragetrends herzustellen.

So soll zum Beispiel die positive Reaktion auf die RNAi-Technologie dem RNA-Oligonukleotid-Markt Impulse verleihen, der im Zeitraum von 2002 bis 2009 um jährlich insgesamt 29,0 Prozent wachsen soll, verglichen mit 8,7 Prozent auf dem DNA-Oligonukleotid-Markt. Dessen Volumen dürfte aber insgesamt größer sein als das des RNA-Oligonukleotid-Marktes und von 300,0 Millionen US-Dollar im Jahr 2003 auf 470,0 Millionen US-Dollar im Jahr 2008 steigen.

Abgerundetes Produktportfolio verspricht Erfolg

„Zunehmend werden von Investoren vergleichende Analysen des DNA- und des RNA-Oligonukleotid-Marktes nachgefragt“, schließt Adhikari. „Hersteller, die das komplette Portfolio der Oligonukleotidprodukte aus einer Hand anbieten können, werden sich voraussichtlich als besonders erfolgreich erweisen.“

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine kostenfreie Zusammenfassung der Analyse zum Weltmarkt für Oligonukleotide in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com).

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://pharma.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise