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Freiheit und Eigenverantwortung - Nur für jeden zweiten Deutschen vorrangig

01.09.2004


Kaum 15 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint bei den Bundesbürgern die Erinnerung daran, was Unfreiheit bedeutet, etwas zu verblassen. Laut einer Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach waren 2003 vier von zehn Deutschen der Meinung, Gleichheit gehe im Zweifel vor Freiheit. Im Jahr 1992 hatte nur jeder Dritte diesen Satz unterschrieben.

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Lediglich die Hälfte der Deutschen ist vom höheren Stellenwert der Freiheit überzeugt - ein bescheidener Wert, sind doch Freiheit und Eigenverantwortung tragende Pfeiler der marktwirtschaftlichen wie der demokratischen Ordnung in Deutschland. Hierauf weist das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer neuen Studie hin. Zur Untermauerung dieser Aussage zitiert das IW auch eine Studie des kanadischen Fraser Institute. Danach wies die Gruppe derjenigen Länder mit der größten wirtschaftlichen Freiheit (z.B. Hongkong, USA, Schweiz) im Jahr 2002 im Schnitt ein kaufkraftbereinigtes Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner von mehr als 26.000 Dollar auf - die Länder mit dem niedrigsten Freiheitsgrad (z.B. Türkei, Russland, Algerien) kamen lediglich auf gut 2.800 Dollar. Zudem wuchs das Pro-Kopf-BIP in der erstgenannten Ländergruppe von 1993 bis 2002 im Jahresdurchschnitt um 2,4 Prozent, in den letztgenannten Ländern schrumpfte es dagegen um jährlich 0,5 Prozent.

Dieser Zusammenhang erklärt womöglich einen Teil der deutschen Wachstumsschwäche, denn die Bundesrepublik findet sich im Freiheits-Ranking nur auf Platz 22 wieder. Der mäßige deutsche Rang rührt unter Umständen auch daher, dass viele Bundesbürger mitunter ein recht zwiespältiges Verhältnis zu wichtigen Fundamenten ihrer Wirtschaftsordnung pflegen und die Politik nur zögerlich mehr wirtschaftliche Freiheit einkehren lässt.


Bernd Meier: Freiheit und Eigenverantwortung - Empirische Befunde und ordnungspolitische Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft, IW- Analysen Nr. 5, Köln 2004, 124 Seiten, 17,20 Euro. Bestellung über Fax: (02 21) 49 81-4 45 oder im Internet.

Dr. Bernd Meier | IW Köln
Weitere Informationen:
http://www.divkoeln.de

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