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Sprachverständnis bei Schulkindern messbar ? Neues Patent

24.08.2004


Eine neu patentierte Messvorrichtung misst verlässlich einen physiologischen Parameter der Wahrnehmung, der im direkten Zusammenhang mit der Fähigkeit des Sprachverständnisses steht.



Vor wenigen Tagen hat das Deutsche Patentamt eine neuartige Messmethode patentiert, die geeignet ist, das Sprachverständnis von Kindern und auch Erwachsenen zu messen. Vielen Schülern, die an Lese- Rechtschreibschwäche (LRS) leiden, ergeben sich hiermit ganz neue Perspektiven, denn wissenschaftliche Studien der letzten Jahre belegen mehr und mehr, dass eine Ursache von Lese-Rechtschreibschwäche (unter anderem) unzureichendes Sprachverständnis ist.



Worin besteht die neue Messmethode?

Sie setzt auf der Erkenntnis von Prof. E. Pöppel (LMU München) auf, der festgestellt hat, dass das menschliche Gehirn Höreindrücke in kleine zeitliche "Portionen" zerlegt, die normalerweise zwischen 20 und 40 Millisekunden lang sind. Dieses Zeitfenster wird Ordnungsschwelle genannt. Untersuchungen der Medizinischen Hochschule Hannover ergaben bereits, dass lese-recht-schreibschwache Kinder häufig eine viel zu lange Ordnungsschwelle haben und daher bestimmte Laute nicht wahrnehmen können. Das neue Messverfahren ist nun in der Lage, dieses Zeitfenster verlässlich zu messen, indem einer Person über Kopfhörer nacheinander zwei Bursts in einer Zufallsreihenfolge zugespielt werden. Die Person muss anschließend ermitteln, von welcher Seite der erste Burst kam. Der Zeitabstand zwischen den beiden Bursts wird erfolgsabhängig verringert, bis der Bestwert ermittelt ist.

Unter einem Burst ist hier eine kurze Folge aus mehreren Schwingungszügen unterschiedlicher (und hier zufällig ermittelter) Frequenzen zu verstehen. Durch den Einsatz von Bursts werden zwei wesentliche anatomische Eigenheiten des menschlichen Ohres berücksichtigt, die bei der Verwendung von identischen Tönen zu Fehlmessungen und Falschaussagen führen könnten.

Für weitere Informationen zu diesem Thema:
Eine detaillierte Darstellung dieser neuen Messmethode kann im Internet herunter geladen werden. Persönlicher Ansprechpartner: Herr Ralph Warnke; e-mail ralph.warnke@meditech.de

Dr. Hans Otto Reuss | idw
Weitere Informationen:
http://www.forschung.meditech.de

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