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Online-Zeitungen - Bedrohung für den Blätterwald?

20.08.2004

Nachdem die Anzahl der Online-Angebote von Verlagen immer mehr zunimmt, wollte Marketagent.com/Multisearch von deutschsprachigen Internetnutzern wissen, wie sie das Verhältnis Online zu Print sehen und bewerten. Wie schätzen die Online-Leser die Zukunft von bild.de, focus.de, playboy.de etc. insgesamt ein? Werden diese irgendwann einmal den Zeitungsverkäufer verzichtbar machen und wie viele sind eigentlich bereit für kostenpflichtige Inhalte zu bezahlen? Die Ergebnisse unserer Online-Befragung sind ziemlich eindeutig.

Rund ein Drittel der webaktiven Bevölkerung besucht mehrmals täglich bzw. fast täglich Online-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften im World Wide Web. Nur 9% der befragten Internet-Nutzer verzichten gänzlich auf die virtuellen News im Web.

Rund 67% der Umfrage-Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stimmen der Aussage zu, dass sich "Netz-Zeitungen" besonders für einen raschen Überblick eignen. Für 34% der Befragten sind Online-Ausgaben aber lediglich eine Ergänzung zu konventionellen Zeitungen und Zeitschriften.

Positiv beurteilen 45% den Effekt, dass Nachrichten in Echtzeit geliefert werden. Als weiteres Ergebnis der Umfrage zeigt sich, dass knapp ein Viertel Online-Zeitungen bevorzugt am Arbeitsplatz liest. Für 38% der Interviewten bieten Online-Zeitungen jedoch nicht die gleiche Entspannung wie herkömmliche Zeitungen. Lediglich 10% sind der Auffassung, dass Online-Zeitungen und -Zeitschriften nicht die selbe journalistische Qualität wie ihre gedruckten "Mütter" bieten.

Großen Wert bei der Nutzung von Online-Zeitungen und -Zeitschriften legen 78% auf die laufende Aktualisierung der Website. Auf den weiteren Plätzen liegen eine schnelle Ladezeit (66,2 %), die Abstinenz aufdringlicher Online-Werbung (63,2 %) und eine seriöse Berichterstattung (62,0 %). Als weniger bedeutend werden in diesem Zusammenhang Gratis-Services wie etwa Free-SMS oder Web-Mail angesehen. Lediglich 20% stufen solche Services als besonders wichtig ein.

Die Verweildauer auf der Website einer Online-Zeitung oder -Zeitschrift beträgt bei rund 13% der Befragten nicht länger als fünf Minuten, wobei zusammengefasst 96% der Internet-Community maximal 30 Minuten eine Online-Zeitung oder -Zeitschrift im Web nutzen.

Hinsichtlich der Finanzierung von Online-Zeitungen und -Zeitschriften geben 84% der Finanzierung über Online-Werbung den Vorzug. Lediglich 16% würden als Alternative die Finanzierung über kostenpflichtige Inhalte und Services favorisieren. 76% der Umfrage-Teilnehmer sind der Meinung, dass Online-Zeitungen konventionellen Blätter eher nicht den Rang ablaufen werden. Nur rund 6% sind von dieser Entwicklung voll und ganz überzeugt.

Fazit: Fast zwei Drittel stört Online-Werbung, aber eine sehr große Mehrheit zieht sie als Finanzierung der Inhalte kostenpflichtigen Services vor und ebenso eine Vielzahl sieht im Verhältnis Online zu Print keinen Verdrängungswettbewerb, sondern eine konvergente Ergänzung.

Marketagent.com zählt zu den Pionieren der Online-Markt- und Meinungsforschung und wird in Deutschland exklusiv durch das Markt- und Serviceforschungsunternehmen Multisearch repräsentiert. Für diese Studie wurden in den vergangenen Wochen rund 8.700 deutschsprachige Mitglieder des ca. 54.000 Personen umfassenden Online-Access-Panels von Marketagent.com/Multisearch befragt.

Tobias Kurzmaier | Multisearch GmbH
Weitere Informationen:
http://www.internationalservicecheck.com

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