Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Enormes Potenzial für Sicherheitstechnik in Mittel- und Osteuropa

19.08.2004


Der mittel- und osteuropäische Markt für Sicherheitssysteme zum Einsatz in Industrie und Handel soll weiter wachsen und dabei von der dynamischen Entwicklung der Volkswirtschaften in den meisten EU-Beitrittsländern der Region profitieren. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan soll der Gesamtmarkt, auf dem im Jahr 2003 ein Umsatz von 865 Millionen US-Dollar erwirtschaftet wurde, bis zum Jahr 2010 ein Volumen von 2,126 Milliarden US-Dollar erreichen. Das entspricht einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 13,7 Prozent pro Jahr.



Zu dieser Expansion tragen verschiedene Faktoren bei. Eine wichtige Rolle spielt das erhebliche Wachstumspotenzial der aufstrebenden Volkswirtschaften in den meisten mittel- und osteuropäischen Ländern. Das Wachstum des Sicherheitsmarktes wird vor allem von solchen schnell wachsenden Sektoren wie dem Einzelhandel und dem Bankwesen angetrieben und bietet Chancen für Anbieter, die Aufträge bevorzugt behandeln und die Nachfrage zur richtigen Zeit befriedigen können.

... mehr zu:
»Potenzial »Sicherheitssystem


Das investitionsfreundliche Klima, das sich durch neue Verbrauchergruppen, interessante Geschäftschancen, niedrige Lohnkosten, Privatisierung von Staatsbetrieben und Konsolidierung mit der Weltwirtschaft auszeichnet, zieht auch Investitionen ausländischer Firmen an, was dem Sicherheitsmarkt zugute kommt.

Öffentlicher Sektor bietet enormes Potenzial

Daneben planen die EU-Beitrittsländer erhöhte Investitionen des öffentlichen Sektors. Der gewaltige und bis jetzt unerschlossene Zielmarkt der öffentlichen Einrichtungen bietet ein enormes Potenzial für elektronische Sicherheitseinrichtungen. Die zu erwartende finanzielle Unterstützung der EU für die lokale Verwaltung in den neuen Mitgliedsländern soll sich ebenfalls auf die Investitionen in elektronische Sicherheitsmaßnahmen auswirken.

Der Bauboom, vor allem im gewerblichen Sektor, schlägt sich in einer steigenden Nachfrage nach Sicherheitsausrüstungen für neue Bürogebäude, Lagerhäuser und Supermärkte nieder, da die Länder, die der EU beigetreten sind oder noch beitreten wollen, bemüht sind, ihre Sicherheitsstandards an das westeuropäische Niveau anzugleichen.

Es besteht auch immer noch ein Bedarf an einer grundlegenden Sicherheitsausstattung wie Videoüberwachung (CCTV - closed-circuit television) in Banken, in Geschäften und an anderen öffentlichen Orten, der aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten in der Vergangenheit noch nicht befriedigt werden konnte. Die Deckung dieses Bedarfs nach Erstinstallationen dürfte ebenfalls zum Marktwachstum beitragen.

Außerdem lässt die Zunahme der Kriminalität aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und des niedrigen Einkommens nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regimes das Interesse an Sicherheitsmaßnahmen steigen.

Geringe Kaufkraft und billiges Wachpersonal bremsen Investitionen

Diese positiven Trends sollen insgesamt stärker ins Gewicht fallen als wachstumshemmende Faktoren wie die niedrige Kaufkraft, das Fehlen von Standards und das Überangebot an Wachpersonal.

In der Tat ist die Kaufkraft in Mittel- und Osteuropa, vor allem in Russland und der Ukraine, wesentlich niedriger als in Westeuropa. Die Region ist von hohen Arbeitslosenraten (über 18 Prozent in Polen und der Slowakei) und niedrigen Durchschnittseinkommen gekennzeichnet, die zusätzliche Investitionen wie etwa in Sicherheitssysteme verhindern. Die Situation im kommerziellen und im industriellen Sektor ist ähnlich. Investitionen in die Sicherheit genießen eine niedrige Priorität.

Zugleich steht in Ländern wie Polen, Russland und Ungarn ein Überangebot an Wach- und Sicherheitspersonal zur Verfügung. Für die Unternehmen ist es viel billiger, Wachpersonal zu Durchschnittslöhnen einzustellen, als ganze Gebäude mit hochmodernen und teuren Sicherheitssystemen auszustatten. Allerdings dürften die von den Beitrittsländern umzusetzenden Vorschriften zur Erhöhung der Sicherheit in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz auch die Installation elektronischer Sicherheitsanlagen stimulieren.

„Dabei sollen die Segmente Videoüberwachung und Brandmeldung das größte Umsatzvolumen erreichen, während die Bereiche Einbruchmeldung und Zugangskontrolle am schnellsten wachsen sollen", erläutert Beatrice Nae, Branchenanalystin bei Frost & Sullivan.

Polen, Tschechien und die Slowakei sind gegenwärtig die größten Ländermärkte, gefolgt von Russland und Ungarn.

Bisher wird der größte Teil der Sicherheitsausrüstungen, die in Mittel- und Osteuropa zum Einsatz kommen, von Herstellern in Westeuropa und den USA bezogen. Aber Marktführer wie Siemens, Bosch, Tyco und Honeywell dürften sich zunehmend mit einer Nachfrage nach billigeren Produkten niedrigerer Qualität konfrontiert sehen, wie sie von einheimischen oder asiatischen Herstellern angeboten werden.

Dennoch sollen die wachsende Zahl einheimischer und ausländischer Anbieter, die dynamische Veränderung der Marktanteile und die Einführung neuer Produkte das Wachstum des Marktes für Sicherheitssysteme insgesamt stimulieren. Nae stellt denn auch abschließend fest: „Die Entwicklung des mittel- und osteuropäischen Marktes für Sicherheitssysteme im industriellen und kommerziellen Bereich geht zwar von einem sehr niedrigen Niveau aus, die Wachstumsraten sollen jedoch erheblich über denen des Bruttosozialprodukts liegen."

Titel der Analyse: Frost & Sullivan’s Analysis Of The Central and Eastern European Industrial and Commercial Security Market (Report B271) Preis der Analyse: Euro 7.140,--

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com

Weitere Berichte zu: Potenzial Sicherheitssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten