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Die Wissenschaft schafft sich ihre eigenen Außenseiter

17.08.2004


Deutliche Unterschiede zwischen Großbritannien und Schweden



Eine Studie der Cardiff University ist zu dem Ergebnis gekommen, dass britische Wissenschaftler Kollegen mit abweichenden Ansichten vertreiben, um ihre Auseinandersetzungen nicht legitimieren zu müssen. Im Vergleich dazu gehen schwedische Wissenschaftler davon aus, dass eine Ablehnung die Probleme nur verstärken würde. Laut der Wissenschaftlerin Lena Eriksson kann das erklären, warum Kontroversen um Themen wie die Masern-Mumps-Röteln-Impfung in Großbritannien eine derartige Dimension erreicht haben.

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Die Studienautorin befragte 30 Wissenschaftler aus Schweden und Großbritannien zu ihrer Meinung über ein höchst kontroverses Thema in ihrem Fachgebiet, gentechnisch veränderte Lebensmittel. Sie fand deutliche Unterschiede in der Haltung der beiden Gruppen in Bezug auf Arpad Pusztai, der seinen Arbeitsplatz verlor, nachdem er 1998 auf die negativen Auswirkungen von Gen-Kartoffeln auf das Immunsystem von Ratten aufmerksam gemacht hatte. Die schwedischen Teilnehmer waren eher geneigt zu argumentieren, dass Wissenschaftler auch Fehler machen dürfen und daher seine Behandlung ohne Rücksicht auf die Richtigkeit seiner Ansichten zu verurteilen. Die britischen Wissenschaftler waren nur für den Fall gegen eine Suspendierung, dass sich seine Schlussfolgerungen als richtig erwiesen. Teilten sie die unkonventionelle Sichtweise eines Außenseiters nicht, schlossen sie in einer ersten Reaktion jede abweichende Meinung aus.

Eriksson geht laut BBC davon aus, dass wissenschaftliche Gemeinschaften, die Forscher mit umstrittenen Ergebnissen bestrafen, riskieren, dass die bereits skeptische Öffentlichkeit weiter desillusioniert wird. "Damit wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wissenschaftliche Kontroversen in den öffentlichen Raum getragen werden, da die Ausgeschlossenen gezwungen sind, sich ein neues Publikum für ihre Argumente zu suchen." Die britischen Wissenschaftler befürworteten zusätzlich die Kontrolle der Veröffentlichungen durch das Management und den Arbeitgeber eher. Sie sahen darin einen Schutz gegen eine feindliche Umwelt. Ihre schwedischen Kollegen neigten eher dazu, eine stärkere Kontrolle abzulehnen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cardiff.ac.uk

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