Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Einfluss der gesetzlichen Vorschriften auf die Radiologie-Praxis in Europa

17.08.2004


Das Fehlen technischer Standards im EU-Medizinproduktegesetz (Medical Device Directive) zwingt die Hersteller von Geräten für medizinische Bildgebungsverfahren dazu, sich nach länderspezifischen Standards zu richten. Die parallele Existenz vielschichtiger und diffuser nationaler Gesetze in einem von strengen Vorschriften geprägten Umfeld hat damit unweigerlich die Produkt- und Technologieentwicklung erschwert. Die internationale Unternehmensberatung Frost & Sullivan untersucht in einer neuen Studie den Einfluss dieser Gesetzeslage auf die europäische Radiologiebranche.


Da die Spezifikationen der technischen Standards von Land zu Land unterschiedlich sind und sich zudem ständig ändern, sind die Unternehmen stark damit beschäftigt, den Vorschriften zu genügen. "Durch den bürokratischen Aufwand bleibt viel Zeit auf der Strecke, die ansonsten für die Vermarktung zur Verfügung stünde, und die Kosten für die Produktentwicklung sind enorm hoch", kommentiert Srividya Badrinarayanan, Research Analyst bei Frost & Sullivan. "Um Zeit und Geld zu sparen, bleiben viele Hersteller medizinischer Bildgebungsverfahren letztendlich bei eigentlich veralteten Technologien und konzentrieren sich auf Länder mit vergleichsweise wenigen Vorschriften. Folglich erlangen sie keinen Zugang zu lukrativeren Märkten."

Auch bei Technologie und Ausrüstung ergibt sich aufgrund der vielen unterschiedlichen nationalen Standards europaweit ein äußerst uneinheitliches Bild. Das macht es für die Unternehmen äußerst schwierig, mehrere Produktlinien aufrecht zu erhalten. Um ihre Reichweite zu vergrößern, sind viele Anbieter dazu übergegangen, ihre Marketing-Strategien jeweils spezifisch an die individuellen Ländergesetze anzupassen.


Hersteller fordern einheitliche Standards

Um diesem Wirrwarr ein Ende zu bereiten, machen sich die Hersteller von Geräten für medizinische Bildgebungsverfahren für die Einführung eines europaweit einheitlichen Regelwerks stark. Damit könnte ein Produkt künftig zeitgleich in der gesamten EU eingeführt werden, was enorme Zeit- und Kosteneinsparungen bringen würde.

"Gleichzeitig ließen sich mit uniformen Standards Sicherheit und Qualität der Produkte gewährleisten", sagt Badrinarayanan. "Letztendlich würden vor allem die Patienten profitieren, weil Forschung und Entwicklung nicht mehr durch bürokratische Hürden gebremst wären und damit viel schnellere Fortschritte machen könnten."

Andererseits sind die meisten der bisherigen länderspezifischen Abweichungen die Folge von Faktoren wie demographischen Gegebenheiten, Kaufkraft, Kostenplänen im Gesundheitswesen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen und gelten daher als unvermeidlich, wenn ein nachhaltiges, langfristiges Wachstum erreicht werden soll.

Starker Wettbewerb führt zu Preisverfall

Außerdem ist laut Frost & Sullivan zu beobachten, dass die Mehrzahl der Vorschriften dazu beiträgt, die nicht mit ihnen konform gehenden Marktteilnehmer ins Abseits zu drängen. Damit verdichtet sich der Wettbewerb zwischen den verbleibenden Akteuren immer mehr. Um sich den größt möglichen Marktanteil zu sichern, setzen die Unternehmen vor allem auf eine rigide Preisstrategie, was innerhalb der Branche für medizinische Bildgebungsverfahren mittlerweile zu einem signifikanten Preisverfall geführt hat.

"Vor diesem vielschichtigen Hintergrund können es sich die europäischen Anbieter nicht leisten, sich auf Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen. Statt dessen sollten sie sich um eine kontinuierliche Verbesserung der Sicherheits- und Qualitätsmerkmale ihrer Produkte bemühen", rät Badrinarayanan. "Die meisten großen Unternehmen wenden sich bereits jetzt fortschrittlichen Technologien zu, die ihren Kunden einen höheren Marktwert versprechen."

Industrie begrüßt deutsches DRG-System

In Deutschland wurde im Januar 2004 die vom Gesetzgeber beschlossene Einführung der Fallpauschalen, der Diagnostic Related Groups (DRG), für alle Krankenhäuser verpflichtend. Sie soll den Kliniken bei der Überwachung der Pflegequalität und der Nutzung der Dienstleistungen helfen. Die Gesundheitsindustrie hat vor allem die "Innovationsklausel" im DRG-System begrüßt, die die Kostenerstattung für innovative medizinische Technologien spezifiziert.

Zudem ordnet das DRG-System Patienten nach medizinischen Diagnosen, Behandlungsmustern und statistisch vergleichbaren Klinikaufenthaltsdauern und weist jeder DRG eine Kostenerstattungsrate zu. Da steigende Kosten im Gesundheitswesen mit einer kontinuierlichen Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Diensten und niedrigeren Zahlungen einhergehen, spielen die finanziellen und klinischen Daten zu wichtigen DRGs inzwischen eine entscheidende Rolle.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan einen kostenfreien Überblick zur Analyse des Einflusses gesetzlicher Vorschriften auf die Radiologie-Praxis in Europa per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com).

Titel der Analyse: Strategic Analysis Service on Impact of Regulations on Radiology Practice in Europe (Report B396). Preis der Analyse: Euro 3.170,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com
http://healthcare.frost.com

Weitere Berichte zu: Bildgebungsverfahren DRG Radiologie-Praxis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics