Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computersysteme sollen Medikationsfehler verhindern: CPOE-Markt im Aufschwung

13.08.2004


Motiviert durch die Notwendigkeit, eine qualitativ hochwertige und dabei kosteneffiziente Patientenversorgung zu bieten, demonstriert die europäische Gesundheitsindustrie zunehmend Interesse an computergestützten ärztlichen Leistungsanforderungssystemen (Computerized Physician Order Entry Systems, CPOE). Gleichzeitig verweisen die Anbieter ihrerseits derzeit verstärkt auf den reibungslosen Implementierungsprozess ihrer Systeme und tragen damit ebenfalls zur Nachfragesteigerung bei. Vor diesem Hintergrund prognostiziert die internationale Unternehmensberatung Frost & Sullivan dem Europamarkt für CPOE-Systeme einen regelrechten Boom: In den nächsten Jahren soll der westeuropäische Markt durchschnittlich um 28,6 Prozent wachsen, um dann 2010 ein Umsatzvolumen von 137 Millionen US-Dollar zu erreichen.



CPOE-Systeme bieten Ärzten Unterstützung beim Medikationsprozess. Dazu gehören unter anderem die automatisierte Dosisberechnung sowie die Prüfung auf mögliche Arzneimittelinteraktionen und Allergien. Auf diese Weise lassen sich medizinische Fehler minimieren und der Ressourceneinsatz optimieren. Auch die Dokumentation wird erheblich leichter. Davon profitiert nicht nur der Patient, sondern auch der gesamte klinische Workflow.



CPOE-Systeme bilden inzwischen einen wesentlichen Bestandteil des CDS-Portfolios (Clinical Decision Support), das Instrumente zur Unterstützung klinischer Entscheidungsprozesse umfasst. Neben den genannten Vorteilen bieten CPOE-Systeme den Kliniken auch ein erhebliches Kosteneinsparungspotenzial. „Mit CPOE lassen sich beispielsweise Mehrfachuntersuchungen, doppelte Rezepte und die unnötige Verschreibung teurer Medikamente vermeiden. Dank der Informationen über mögliche Komplikationen lässt sich außerdem häufig die Klinikaufenthaltsdauer verkürzen“, erläutert Siddharth Saha, Healthcare Industry Analyst bei Frost & Sullivan.

Mobile Lösungen begeistern

Interesse bei den potenziellen Endnutzern wecken die Systeme auch aufgrund ihrer zunehmenden technischen Reife. Für ein Gesundheitswesen, das an die Routinetransaktionen eines Krankenhaus-Informationssystems (KIS) gewöhnt ist, stellt die Interaktivität der CPOE-Systeme ein wichtiges Kaufargument dar. Positiv wirkt sich auch der Trend zum Einsatz mobiler und drahtloser Technologien aus. Die wachsende Zahl an Laptops und PDAs, die sich mühelos mit einem CPOE-System kombinieren lassen, stimuliert vor allem bei technikbegeisterten Endnutzern die Nachfrage.

„Dass der Markt noch sehr klein ist, liegt vor allem daran, dass bisher nur wenige CPOE-Systeme tatsächlich implementiert sind“, so Saha. „Mit zunehmender Reife und wenn erst einmal eine stabile KIS-Plattform eingerichtet ist, die auch die technisch anspruchsvollen CPOE-Systeme trägt, dürfte die Branche so richtig zulegen.“

Stationärer Sektor ist Hauptumsatzbringer

Der Markt setzt sich zusammen aus den beiden Sektoren für Systeme zum Einsatz im stationären und im ambulanten Bereich. Infolge der wachsenden Zahl integrierter CPOE-Projekte dürfte der stationäre Sektor, der bereits jetzt 70 Prozent des Umsatzes ausmacht, den Markt auch langfristig dominieren und die Anwendungen für den ambulanten Bereich noch weiter zurückdrängen.

In nächster Zukunft wird es laut Frost & Sullivan vor allem darum gehen, dass sowohl Systemanbieter als auch Klinikverwaltungen den wahren Wert erkennen, den IT-Lösungen für das Gesundheitswesen bieten können. Als weitere Herausforderungen nennt die Analyse mögliche technische Probleme bei der Implementierung der Systeme sowie die Qualität der bestehenden KIS.

Implementierung erfordert viel Arbeit im Vorfeld

„Eine CPOE-Implementierung ist ein äußerst komplexes Unterfangen. Um den Kunden ein erfolgreiches Management dieses kostenintensiven, umfangreichen und mit Veränderungen verbundenen Prozesses zu gewährleisten, müssen die Anbieter diesem Bereich höchste Aufmerksamkeit widmen“, rät Saha. „Doch auch der Kunde trägt Verantwortung für den Erfolg. Mit anderen Worten: Für die Content-Entwicklung und die Vorbereitung der Pathways und Order-Sets für die Automatisierung ist primär der Kunde, also die Klinik selbst zuständig. Das erfordert viel Arbeit im Vorfeld: Der Inhalt muss geprüft und bestätigt werden, und für jeden einzelnen Aspekt müssen Verantwortlichkeit und Zuständigkeit geklärt sein. Das medizinische Personal sollte mit den klinischen Inhalten bestens vertraut sein – sonst kann das System nicht funktionieren.“

Was die Ländermärkte betrifft, dürften die beiden größten Märkte Deutschland und Frankreich in den kommenden beiden Jahren eine zwar vergleichsweise geringe, aber doch ermutigende Penetrationsrate von fünf Prozent erfahren. Staatlich geförderte Initiativen zur Modernisierung der IT-Struktur im Gesundheitswesen werden voraussichtlich auch in Großbritannien für eine erhöhte Nachfrage sorgen. Dank der hohen Durchdringung im Bereich Technologielösungen ist laut Analyse außerdem in Skandinavien mit der Implementierung diverser CPOE-Systeme zu rechnen. Titel der Analyse: Frost & Sullivan’s Analysis Of The European Physician Order Entry Systems Market (Report B324) Preis der Analyse: Euro 5.400,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://healthcare.frost.com

Weitere Berichte zu: CPOE CPOE-System Gesundheitswesen Physician

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte