Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zur Kaufsucht

06.08.2004


Für ihre Studie "Pathologisches Kaufen" sucht die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Erlangen (Leiterin: Prof. Dr. Martina de Zwaan) neue Teilnehmerinnen. Nachdem in der ersten Jahreshälfte 21 kaufsüchtige Patientinnen erfolgreich therapiert wurden, sollen ab September drei weitere Kurse folgen. Ziel der Studie ist es, erstmals eine nachweisbare wirksame Therapie gegen Kaufsucht zu entwickeln.



Beim zwanghaften, sogenannten "pathologischen" Kaufen handelt es sich nach Ansicht von Studienleiterin Dr. Astrid Müller um ein Phänomen mit sehr negativen ökonomischen, sozialen und psychologischen Folgen für die Betroffenen. Bisher gebe es international keine genauen Behandlungsansätze, deren Wirksamkeit nachgewiesen wurde. In Deutschland sei keine einzige Psychotherapiestudie zu diesem Thema bekannt. "Angesichts der stark wachsenden Kaufsuchtgefährdung in Deutschland werden wirksame Behandlungsangebote dringend benötigt", sagte Astrid Müller. In den alten Bundesländern würden rund acht Prozent und in den neuen Bundesländern sechs Prozent der Bürger als "stark Kaufsucht gefährdet" eingestuft.

... mehr zu:
»Kaufsucht »Psychosomatik


Die Erlanger Psychosomatik möchte parallel zu einer amerikanischen Forschergruppe der University of North Dakota in einer wissenschaftlichen Studie die Wirksamkeit spezifischer Gruppentherapien nachweisen. Sowohl in Erlangen als auch in den USA werden weitestgehend gleiche Therapiepläne verwendet. Patientinnen, die zu den zwanghaft-impulsiven Käuferinnen gehören oder stark kaufsuchtgefährdet sind, werden in zwölf ambulanten, wöchentlichen Gruppensitzungen zu 90 Minuten therapiert. Die deutschen und amerikanischen Ergebnisse sollen am Ende der Studien miteinander verglichen werden.

Seit Januar 2004 wurden bereits 21 Patientinnen aus dem gesamten bayerischen Raum im Alter von 25 bis 61 Jahren in Erlangen therapiert. Auch wenn derzeit noch keine endgültigen Ergebnisse vorliegen, ist Studienleiterin Astrid Müller im Hinblick auf den Erfolg des Erlanger Therapiemodells sehr zuversichtlich: "Der Großteil unserer Patientinnen zeigte eine Verminderung des exzessiven Kaufverhaltens." Die Studie helfe beim grundlegenden Verständnis dieser Impulskontrollstörung.

Das Spektrum der Kaufsucht sei weit gestreut. Betroffene hätten von täglichen Kaufattacken, vom Kauf ganz spezieller oder mehrfach gleicher Artikel oder nutzloser, unsinniger Dinge berichtet. Generell würden kaufsüchtige Frauen eher Kleidung, Schuhe, Kosmetik, Lebensmittel und Haushaltsgeräte favorisieren. Männer hingegen eher moderne Technikartikel, Sportgeräte, Autozubehör und Antiquitäten. Oft würden die gekauften Dinge nicht benutzt, sondern gehortet oder an nahe Bezugspersonen verschenkt. "Manchmal scheinen die Betroffenen vor allem die durch Kaufsituationen entstanden Kontakt zum Verkaufspersonal zu genießen", erläutert Dr. Müller. Kaufsüchtige würden häufig auch unter Depressionen, Angst-, Ess- oder Zwangsstörungen leiden.

Weitere Informationen über die neue Kaufsucht-Therapie erhaltene Betroffene über die Kaufsucht-Hotline der Psychosomatik : Mi / Do 14-16 Uhr, Mo 11-12 Uhr unter Tel.: 09131 / 85-34894.

Weitere Informationen: Johannes Eissing, Tel.: 09131 / 85-36102, presse@kv.med.uni-erlangen.de

Heidi Kurth | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Berichte zu: Kaufsucht Psychosomatik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften