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Zu viele Pestizide im Obst

04.08.2004


Kontroverse über Chemiecocktail in Lebensmitteln

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»Dithiocarbamat »Earth »Pestizide

Nach Angaben der Umweltorganisation Friends of Earth sind täglich bis zu 220 Kleinkinder in Großbritannien zu hohen Mengen an Pestiziden von Obst ausgesetzt. Die Werte sind nach Ansicht der Food Standards Agency aus der Luft gegriffen, denn die Grenzwerte werden eingehalten. Internationale Forscher sind der Ansicht, dass die Gehalte an Pestiziden aber auch unter Einhaltung der Grenzwerte häufig überstiegen werden, berichtet das International Journal of Occupational and Environmental Heath.

Am schlimmsten sind nach Angaben der Forscher importierte Früchte betroffen. Trotz der generell guten Beobachtung von Pestizidwerten in Obst und Gemüse bleiben die Lebensmittel nicht sicher, argumentieren die Friends of Earth, da die Werte von Stück zu Stück erheblich variieren. "Eltern würden schockiert sein, wenn sie wüssten, dass ihre Kinder durch nur einen Apfel oder eine Birne mit gesundheitsgefährdenden Mengen an Pestiziden zu sich nehmen", so Studienleiterin Emily Diamand. Die Umweltgruppe wirft der Regierung vor, das Problem zu kennen, aber dennoch zu wenig dagegen zu unternehmen.


Es liege in der Macht der Regierung die Pestizide im Obst zu reduzieren und auch Bauern dazu zu bringen weniger Pestizide in der Landwirtschaft zu verwenden. Im Vordergrund der Untersuchungen standen die drei Pestizide Carbendazim, Dithiocarbamat und Phosmet, die in Großbritannien nicht erlaubt sind und nur in importiertem Obst vorkommen. Die beiden Fungizide Carbendazim und Dithiocarbamat stehen im Verdacht die Hormonfunktion zu verändern. Phosmet, ein Organophosphat-Insektizid, steht im Verdacht das Nervensystem anzugreifen. Außerdem ist Phosmet ein potenzielles Karzinogen. Die Experten wie Andrew Watterson befürchten, dass die Chemikalien zwar nicht unmittelbar schädliche Wirkung entfalten, allerdings auf längere Zeit hin gefährlich werden können. "Es ist viel zuwenig darüber bekannt, welche Langzeitfolgen diese Stoffe haben", meint Studien Co-Autor Watterson von der Stirling University.

Die Umweltforscher sehen dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich einer Änderung der gesetzlichen Bestimmungen und genaueren Kontrollen. Umgekehrt soll die Studie Eltern nicht davon abhalten, Kindern Obst zu geben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.foe.co.uk
http://www.ijoeh.com

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