Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Online-Betrug wird weiter wachsen

30.07.2004


Die Kriminalität im Netz wird weiter zunehmen, hiervon sind die Internet-Forscher vom Darmstädter Institut für Multimedia-Kommunikation (KOM) überzeugt. Deshalb sind die gestern im Handelsblatt veröffentlichten, alarmierenden Zahlen von Betrugsversuchen mit so genannten "Pishing-Mails" für KOM-Leiter Ralf Steinmetz auch keine Überraschung: "Die Betrugsversuche beim Online-Banking werden sich in den kommenden Jahren noch weiter ausweiten. Jedem Benutzer muss klar sein, dass er jederzeit in das Visier listiger Betrüger geraten kann. Einhundertprozentigen Schutz gegen solche Angriffe gibt es nicht. Vielmehr müssen Mechanismen entwickelt werden, die in einem verteilten Umfeld mit autonom agierenden Entitäten verdächtiges Verhalten frühzeitig entdecken und die entsprechenden Teilnehmer sofort isolieren. An solchen Mechanismen forschen wir zurzeit".



Pishing: Alte Tricks in neuen Medien


Aus Sicht der Internet-Forscher vom KOM-Institut ist der Trick, der hinter Betrugsversuchen steht schon sehr alt: "Pishing ist im Grunde nichts anderes als bekannte Betrügereien an der Haustür, bei denen das Vertrauen und die Arglosigkeit von Menschen ausgenutzt wird. Solche Methoden machen sich Hacker auch im Internet zunutze. Kriminalität beim Online-Banking ist deshalb vor allem ein psychologisches Problem, das nicht alleine durch Sicherheitstechnik gelöst werden kann", sagt Ivan Martinovic, der sich am KOM-Institut mit Sicherheit und Vertrauen im Netz beschäftigt. Aus seiner Sicht sind deshalb Banken und Nutzer gefordert: "Die Banken müssen ihre Kunden mehr als bisher über Methoden der Online -Betrüger informieren. Nutzer sollten sehr vorsichtig sein, wenn in Emails nach Kundendaten, Passwörter oder ähnlichem gefragt wird. Hierbei handelt es sich fast immer um Betrug."

Martinovics Forschungen konzentrieren sich um erweiterte Konzepte der Vertrauensmanagement und Vertrauensbildung in den verteilten Netzwerken. Diese Konzepte sollten den Benutzern erlauben verschiedene Vertrauensstufen zu definieren. Durch Beobachtung und Informationsaustausch wird dabei auch die Dynamik und Änderung im Verhalten registriert. "Diese Verfahren fassen wir unter dem Begriff ’Trust’ zusammen. Zusätzlich zu bestehenden Mechanismen, versuchen wir eine Art "Network of Trust" zu konzipieren, um damit die Vertrauenswürdigkeit von Information besser zu erfassen".


Diese Forschungen befinden sich jedoch noch in den Kinderschuhen, so dass es noch eine Zeit dauern wird, bis die Mechanismen in Netzwerke und Systeme Eingang finden. Derzeit fließen die Forschungsergebnisse des KOM-Instituts in eine Initiative der Universitäten Frankfurt und Darmstadt zusammen mit namhaften Finanzdienstleistern wie der Post Bank und der Deutschen Bank, das sogenannte E-Fincance Lab, ein.

Lars Rosumek | idw
Weitere Informationen:
http://www.multimedia-communications.net
http://www.efinancelab.de/cluster/cluster2/cluster2.php

Weitere Berichte zu: Betrugsversuch Internet-Forscher KOM-Institut Online-Banking

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise