Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Test für textile Gewebeverträglichkeit

22.07.2004


Um den geschwächten Organismus des Patienten nicht zusätzlich zu belasten, ist eine gute Hautverträglichkeit textiler Medizinprodukte besonders wichtig. Die europäische Norm EN ISO 10993 sieht deshalb für diesen Produktbereich biologische Sicherheitsbeurteilungen vor: So muss z. B. für textile Medizinprodukte, die in Kontakt mit unverletzten Körperoberflächen kommen, ein Test zur Gewebeverträglichkeit durchgeführt werden. Dabei wird die biologische Verträglichkeit von Substanzen, die aus dem textilen Material heraus lösbar sind, in einem Zellsystem als Summenparameter quantitativ erfasst und beurteilt.


Der Test zur Gewebeverträglichkeit von Textilien an den Hohensteiner Instituten hilft bei der Optimierung von textilen Medizinprodukten und bietet Sicherheit bei deren Anwendung.


Indikator für die Verträglichkeit der Textilien ist das unveränderte Wachstum von Hautzellen in-vitro



Als eine der ersten Prüfeinrichtungen in Deutschland bieten die Hohensteiner Institute in Bönnigheim einen auf der EN ISO 10993 basierenden Zytotoxizitätstest speziell für Textilien an. Um die natürliche Tragesituation noch besser zu simulieren, verwenden die Hohensteiner Wissenschaftler als "Lösungsmittel" Schweißextrakt. Die Anforderungen an die Fixierung von Substanzen oder Partikeln an die Textilfasern sind damit noch deutlich anspruchsvoller definiert, als es die Norm vorsieht. Erfasst wird die biologische Reaktion, der aus den Textilien extrahierten Stoffe, durch Zellsysteme der Haut, d. h. Bindegewebszellen (Fibroblasten) oder Hautzellen (Keratinozyten). Diese reagieren während des Wachstums sehr empfindlich auf partikuläre Verunreinigungen, Abweichungen des pH-Wertes, Farbunbeständigkeiten usw.. Veränderungen des Zellenwachstums während der Inkubationszeit sind deshalb sehr aussagekräftig und lassen Rückschlüsse auf die Verträglichkeit der geprüften Textilien gegenüber menschlicher Haut zu.



Der Hohensteiner Test zur Gewebeverträglichkeit stellt nicht nur im Hinblick auf die Optimierung textiler Medizinprodukte und deren Sicherheit in der Anwendung ein wichtiges Instrument dar. Auch in Bereichen wie der Berufskleidung stellt er eine hervorragende Ergänzung bestehender Systeme, wie z. B. der Schadstoffprüfungen des Öko-Tex Standard 100, dar.

Hohensteiner Institute
Kompetenzzentrum Medizintextilien
Dr. Dirk Höfer
Telefon 07143 / 271 432
E-Mail d.hoefer@hohenstein.de
www.hohenstein.de

Britta Gortan | idw
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

Weitere Berichte zu: Gewebeverträglichkeit ISO Medizinprodukt Textil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie