Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bürger erkennen Reformnot

16.07.2004


Reformen in Deutschland tun Not. Dessen ist sich die Bevölkerung im Klaren, wie eine ipos-Umfrage ergab, die heute vom Bundesverband der Banken (BdB) in Berlin präsentiert wurde. 80 Prozent der Befragten glauben, dass es mit der deutschen Wirtschaft abwärts geht bzw. die Situation gleichbleibend ist. Für die Hälfte der Bürger haben die sozialen Sicherungssysteme größere Probleme, 42 Prozent sehen sie vor dem Zusammenbruch. Auch die eigene wirtschaftliche Situation wird zunehmend negativ bewertet; nur noch 46 Prozent (1994: 55 Prozent) betrachten sie als gut, 13 Prozent hingegen als schlecht (1994: zehn Prozent). Nicht zuletzt an diese Ergebnisse knüpfte der BdB an, um abermals restriktive Reformen zu fordern.



"Insgesamt schätzen die Menschen die Situation überwiegend realistisch ein", stellte Hans-Joachim Massenberg, stellvertretender BdB-Hauptgeschäftsführer, fest. Die Bewertung der sozialen Sicherungssysteme sei ein "ernstes Alarmsignal". In den Kanon der meisten Experten stimmen die Deutschen ein, wenn sie zu 92 Prozent meinen, dass die bisher beschlossenen Reformen die Probleme nicht ausreichend lösen können. Laut Umfrage gehen 84 Prozent der Befragten die Reformen nicht schnell genug. Weniger als ein Viertel trauen der Politik die Lösung der Probleme zu. Dazu Massenberg: "Es mangelt nicht am Reformwillen der Deutschen, offenbar aber am Vertrauen in die Reformfähigkeit von Politik und Staat." In der Bevölkerung habe sich bereits eine mutlose Grundstimmung breit gemacht.



Der BdB tritt mit seiner Broschüre "Vorrang für Markt und Wettbewerb" einmal mehr für eine völlige Umkremplung des Staates ein. "Die staatlichen Tätigkeiten müssen neu definiert werden", lautet der Tenor. Der Staat müsse sich aus der Marktwirtschaft zurückziehen. Massenberg kritisierte u.a. die unternehmerische Tätigkeit des Staates, die Einflussnahme auf die Preisbildung und bürokratische Hemmnisse. Im Gegenzug forderte er eine Reform des föderalen Systems, einen Subventionsabbau und die stärkere Finanzierung von Staatsaufgaben durch Gebühren. Dabei könne er sich die Einführung einer Pkw-Maut und von Studiengebühren vorstellen. Allerdings müssten die Steuern im entsprechenden Ausmaß gesenkt werden.

Mit der Agenda 2010 ist Massenberg nur teilweise zufrieden. "Wichtige Reformbereiche sind ausgeklammert und vieles wird noch von der Umsetzung der einzelnen Gesetze abhängen", so der stellvertretende BdB-Hauptgeschäftsführer. Aber vor allem die den Arbeitsmarkt betreffenden Maßnahmen würden schon 2005 fruchten. Massenberg rechnet mit einem Rückgang der Erwerbslosigkeit vor allem bei den Langzeitarbeitslosen. Zweifel daran äußerte der OECD-Arbeitsmarktexperte Raymond Torres in der heute erschienenen Ausgabe der "Zeit". Andere Länder hätten gezeigt, dass vier bis fünf Jahre ins Land ziehen, ehe umfassende Reformen bei der Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit Wirkung zeigen.

Alexander Endlweber | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.bdb.de

Weitere Berichte zu: BdB-Hauptgeschäftsführer Reformnot Sicherungssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie