Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immer mehr Frauen treiben im Alter regelmäßig Sport

15.07.2004


Neue SOEP-Studie widerlegt die klassische sportwissenschaftliche These einer mit dem Alter abnehmenden sportlichen Aktivität



Frauen in Deutschland treiben im Alter intensiver und regelmäßiger Sport. Darüber hinaus nimmt die Zahl derjenigen zu, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren kontinuierlich sportlich aktiv sind. Zu diesem Ergebnis kommt der Sportwissenschaftler Dr. Christoph Breuer von der Technischen Universität Chemnitz in seiner Studie "Entwicklung und Stabilität sportlicher Aktivität im Lebensverlauf". Er widerlegt damit die klassische sportwissenschaftliche These, dass die Menschen mit zunehmenden Alter weniger Sport treiben. Als Datenquelle für die Untersuchung dienten die Datensätze der im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) beheimateten Langzeituntersuchung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), die seit dem Jahr 1984 erhoben wird.

... mehr zu:
»SOEP »Sportengagement


Betrachtet man einen bestimmten Zeitpunkt, dann sind zwar die Quoten der Sporttreibenden bei den Älteren deutlich geringer als bei den Jungen. Dies liegt jedoch daran, dass die heutigen Alten auch in ihrer Jugend weniger Sport getrieben haben. Unter anderem deshalb, weil sie nicht so lange zu Schule gegangen sind, denn mit steigender Bildung steigt auch das sportliche Engagement. Betrachtet man mit dem SOEP den individuellen Alterungsverlauf, erkennt man, dass mit dem Alter das sportliche Engagement nicht oder nur wenig zurückgeht.

Im Vergleich von Männern und Frauen zeigt die Studie deutliche Unterschiede. Bei den Männern nimmt das regelmäßige sportliche Engagement besonders in den Altersgruppen der 35- bis 44-Jährigen sowie der über 64-Jährigen ab. Bei der weiblichen Bevölkerung dagegen steigt der Anteil derjenigen, die regelmäßig Sport treiben, in fast allen Altersgruppen trotz zunehmenden Lebensalters. Lediglich bei den über 64-jährigen Frauen stellt Breuer eine sinkende sportliche Aktivität fest. Die zunehmende sportliche Aktivität führt er vor allem darauf zurück, dass bei Frauen das Gesundheitsbewusstsein stärker ausgeprägt ist. Aber auch Generationeneffekte und gesellschaftliche Veränderungen spielen eine Rolle, wie die neuen Schlankheits- und Jugendlichkeitsideale und bessere infrastrukturelle Möglichkeiten für lebenslanges Sporttreiben. "Ein Beispiel ist das gerade neu aufgekommene Nordic Walking, das zurzeit bei den 50- bis 60-Jährigen sehr beliebt ist", sagt Christoph Breuer.

Im Zeitvergleich von 1985 bis 1994 hat die Stabilität regelmäßigen Sportengagements jedoch deutlich zugenommen. So waren von den 1985 sportlich Aktiven nur gut ein Viertel auch die folgenden sieben Jahre sportlich aktiv. "Auffällig ist ferner, dass die Kontinuität bei den Frauen mittlerweile genauso groß ist wie bei den Männern", sagt Christoph Breuer. Er widerlegt mit seiner Studie die klassische sportwissenschaftliche These einer mit dem Alter abnehmenden sportlichen Aktivität, wie sie auch in der neue Ausgabe der Sozialpolitischen Informationen (SPI, 2/2004), herausgegeben vom BMGS, vertreten wird. "Diese These trifft am ehesten noch auf die männliche Bevölkerung zu. Für die weibliche Bevölkerung kann mit dem Alter rückläufiges regelmäßiges Sportengagement nicht nachgezeichnet werden", sagt Christoph Breuer.

Renate Bogdanovic | idw
Weitere Informationen:
http://www.diw.de/deutsch/dasinstitut/abteilungen/ldm/archiv/ar2004/soep2004/doksoep2004/poster2004_breuer.pdf

Weitere Berichte zu: SOEP Sportengagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie